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2. Präventionssymposium im Fußball: Sportmedizin trifft Sportpraxis

Symposium zur Verletzungsprävention im Fußball

Fit sein, wenn es darauf ankommt! Qualifizierte und sportartbezogene Präventionsprogramme sind die zentrale Investition in die zukünftige Gesundheit der Sportlerinnen und Sportler. Dies war die Erkenntnis der mehr als 200 Teilnehmer des zweiten Symposiums zur Prävention im Fußball und die Botschaft der namhaften Referenten aus dem Spitzensport.

Auch Christopher Nordmeyer, Trainer des TSV Hannover Burgdorf, und Rachid Azzouzi, bis Dezember noch Sportlicher Leiter des 1. FC St. Pauli, waren der Einladung gefolgt und zeigten sich begeistert von den Vorträgen. „Ich habe einige sehr interessante Aspekte für meine Arbeit mitgenommen und schon Kontakte geknüpft, um vielleicht mit dem einen oder anderen Referenten noch weiterführend zusammen arbeiten zu können.“ so Nordmeyer am Ende eines langen Tages.

Der Norddeutschen Fußball-Verband e.V. (NFV) der in Zusammenarbeit mit dem Berufsgenossenschaftlichen Unfallkrankenhaus Hamburg (BUKH) und der Verwaltungsberufsgenossenschaft (VBG) die Veranstaltung organisiert hat, kann mittlerweile feststellen, dass in vielen Fußballvereinen Prävention zu einem zentralen Thema geworden ist. Dennoch gibt es noch viele Hürden zu nehmen. Dies machte Eugen Gehlenborg, Präsident des NFV, in seiner Begrüßungsrede nochmals deutlich.  
Hier greift die Kampagne der VBG. Mit „Sei kein Dummy – Sportunfälle sind kein Schicksaal“ werden gezielte Präventionsmaßnahmen und Athletik-Trainingseinheiten vorgestellt, mit der sich Risiken von Verletzungen und die damit verbundenen Ausfälle in der Mannschaft verringern. Zusätzlich wird die kontinuierliche Leistungssteigerung jedes einzelnen Spielers gefördert und letztendlich das gesamte Team gestärkt.
Diese für die Trainingspraxis entwickelte Kampagne griffen auch die Referenten Christian Klein (VBG), Hendrik Bloch (VBG) und Dr. Helge Riepenhof (BUKH) auf. Sehr anschaulich gaben sie Tipps zu Verletzungsprophylaxe, Diagnose und Therapie. Insbesondere die leistungsdiagnostischen Methoden für den schmalen Geldbeutel sorgten bei den Teilnehmern für großes Interesse und werden sicher bald Nachahmer in den Vereinen finden.

„Was wäre ein Trainer ohne eine großartige Mannschaft“, dies sagte schon Joachim Löw in seiner Dankesrede im Rahmen der Ehrung zum Trainer des Jahres. Die beiden Referenten Prof. Dr. Rainer Knöller, Trainingswissenschaftler am Olympiastützpunkt Niedersachsen und Dr. Arno Schimpf, u.a. Mentalcoach der Fußball-Nationalmannschaft der Frauen unterstrichen diese Aussage in ihren mitreißenden Vorträgen nochmals mit der Ergänzung, dass das „Team am Team“ im Profisport elementar dazu beiträgt, das Optimum aus einer Mannschaft zu entwickeln und gleichermaßen Überlastungen zu schützen. Hierzu gehören laut Schimpf: „Trainer, Co-Trainer, Arzt, Physiotherapeut, Athletiktrainer und auch ein Sportpsychologe, nur so können gesunde Spieler bis hin zu Langzeitverletzen immer ideal versorgt werden.“
Muskel- und Bandverletzungen und deren Rehabilitation brachten Prof. Dr. Axel Partenheimer (BUKH) und Rolf Keppeler (BUKH) den Zuhörern sehr umfangreich näher. Während Partenheimer auch seinen Focus auf die osteopathisch und manualtherapeutische Behandlung legte, sprach Rolf Keppeler zugleich das Feld des Faszientrainings an. Das alles umgebende und alles verbindende Fasziengewebe des Körpers hat für die Leistungsfähigkeit eines Sportlers, aber auch für Prävention und Rehabilitation eine enorme Bedeutung. So beeinflusst es die Kraftentwicklung und Kraftübertragung sowie die Feinabstimmung einer Bewegung nachhaltig.
Dr. Phillip Catalá ergänzte den Teil der Muskelverletzungen mit seinem Vortrag mit Blick auf den Vitamin-D-Haushalt des Körpers. Vitamin D regt den Proteinaufbau an, unterstützt dadurch den Aufbau der Muskeln und bildet somit die Basis für die Muskelbildung. Ein gesteigerter Vitamin-D-Spiegel führt zu einer vermehrten Bildung von Muskelzellen und Muskelfasern und ist im Sport als auch bei Verletzungen zu beachten.

Zum Thema der Kopfverletzungen, das nicht zuletzt seit dem WM-Finale und dem Zusammenstoß des Spielers Kramer auch in den deutschen Wohnzimmern angekommen ist, referierte Dr. Wolfgang Klein. Klein stellte Handlungsschritte vor, wie mit einer möglichen Gehirnerschütterung umzugehen ist und machte vor allem deutlich, dass erst sechs Tage nach einer Gehirnerschütterung eine vollständige Rückkehr in den Spielbetrieb sinnvoll sei.

Vor der abschließenden Podiumsdiskussion sensibilisierte Achim Sarstedt, der Leiter des Nachwuchs-Leistungszentrums des VfL Wolfsburg, die Teilnehmer des Symposiums noch für eine ausgewogene Trainingsarbeit, in der die Belastungssteuerung (gerade für den Nachwuchsspieler) einerseits altersgemäß und andererseits entwicklungsgemäß angepasst sein muss.
Das Ziel, medizinische als auch sportpraktische Themen unter dem Aspekt der Umsetzbarkeit in der täglichen Vereinsarbeit zu beleuchten wurde mit der Veranstaltung erreicht. Die Teilnehmer erhielten wichtige Tipps und Informationen, die sie umgehend in das eigene Training transferieren können. Dieses kostenfreie Präventionssymposium richtete sich insbesondere an Trainer, Physiotherapeuten, Mediziner, Mannschaftsbetreuer und interessierte Umfeldpersonen des Amateur- und Profifußballs.

Das nächste Symposium ist für Januar 2016 geplant.

 

Talkrunde während des Symposiums mit Christopher Nordmeyer, Rachid Azzouzi, Dr. Arno Schimpf und Prof. Dr. Axel Partenheimer (v.l.)

 

(Text und Fotos: BUK Hamburg)

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