Wenn sich am Mittwoch (ab 19 Uhr) die U 23 des VfL Wolfsburg und der SSV Jahn Regensburg im Playoff-Hinspiel gegenüberstehen, ist es auch das Duell zwischen VfL-Trainer und Ex-Bundesligaprofi Valérien Ismaël sowie Jahn-Trainer Heiko Herrlich, der zu seiner aktiven Zeit unter anderem für Borussia Dortmund und Borussia Mönchengladbach gespielt hatte und fünfmal für die deutsche A-Nationalmannschaft am Ball war.
Sowohl Ismael als auch Herrlich blicken auf eine erfolgreiche Profikarriere zurück. Während der frühere Torjäger Heiko Herrlich, der in der Saison 1994/1995 im Gladbacher Trikot mit 20 Treffern Bundesliga-Torschützenkönig wurde, im gleichen Jahr den DFB-Pokalsieg holte sowie mit dem BVB zweimal die Deutsche Meisterschaft (1996 und 2002) und einmal den Gewinn der Champions League (1997) feierte, holte der ehemalige Verteidiger Ismael 2004 (mit Werder Bremen) und 2006 (mit Bayern München) gleich zweimal das Double.
Die Mannschaft von VfL-Trainer Ismael befindet sich seit mehreren Monaten in Bestform. Seit elf Partien haben die „Wölfe“ keinen einzigen Punkt abgegeben, fingen dank eines fulminanten Endspurts den hartnäckigsten Konkurrenten VfB Oldenburg noch ab. Die letzte Niederlage gab es am 20. Februar bei Eintracht Braunschweig II (0:1). Gegen Regensburg setzt der VfL auch auf Top-Torjäger Dino Medjedovic, der sich mit 23 Saisontreffern gemeinsam mit Kwsi Okyere Wriedt vom Lüneburger SK die Torjägerkrone im Norden sicherte. Im Gegensatz zum letzten Ligaspiel gegen den ETSV Weiche Flensburg (2:0) kann Wolfsburg wieder auf Defensivspezialist Sebastian Wimmer zurückgreifen, der seine Gelbsperre abgesessen hat. Valérien Ismaël: „Wir sind bereit und haben uns sehr gut vorbereitet. Aber das wird am Mittwoch und Sonntag für uns eine Riesenherausforderung. Der SSV Jahn hat eine sehr starke Mannschaft, die über das Fußballerische kommt. Der Kader ist sehr gut zusammengestellt und verfügt auch über robuste Akteure, die gerade bei Standardsituationen sehr gefährlich sind. Zudem haben einige Regensburger Spieler Drittliga-Erfahrung.“
Für Wolfsburg ist es bereits die zweite Teilnahme an der Aufstiegsrunde zur 3. Liga. In der Saison 2013/2014 wurde der VfL ebenfalls Meister, scheiterte in den Playoffs aber am jetzigen Drittligisten SG Sonnenhof Großaspach (0:0/0:1). Kurios: Auch damals stand Ismaël an der Seitenlinie der Wolfsburger. Danach trennten sich - zumindest vorerst - die Wege des VfL und Ismael, der als Trainer beim Zweitligisten 1. FC Nürnberg anheuerte. Ex-Nationalspieler Thomas Brdaric (jetzt TSV Steinbach/Regionalliga Südwest) folgte auf Ismaël, musste nach der Vizemeisterschaft in der Spielzeit 2014/2015 (hinter dem SV Werder Bremen) aber wieder gehen. Erneut verpflichtete Wolfsburg Valérien Ismaël, dessen Engagement beim 1. FCN im November 2014 nach rund vier Monaten bereits beendet war.
Während die Wolfsburger noch nie in der eingleisigen 3. Liga dabei waren, peilt Regensburg den direkten Wiederaufstieg an. In der Saison 2014/2015 war der SSV Jahn als Tabellenschlusslicht in die Regionalliga Bayern abgestiegen. Die Entscheidung im Duell mit den „Wölfen“ fällt am Sonntag (ab 13.30 Uhr, live im BR Fernsehen) in Regensburg.
(Text: Stefan Freye/MSPW)