Kein Malle, kein Strand, keine Kaltgetränke. Das Leben kann manchmal grausam sein. Während ein Großteil der Mannschaften aller Amateur- und Profiligen sich zu dieser Jahreszeit ein Stelldichein auf der beliebten Baleareninsel gibt, kämpfen vier eifrige Teams um den Aufstieg in die Regionalliga Nord.
Zwei von ihnen werden am Ende jubeln dürfen. Für zwei geht der Weg weiter in der jeweiligen Verbands-Oberliga.
Am Mittwoch um 19:30 Uhr beginnt die erste Runde mit den Begegnungen:
Bremer SV gegen 1. FC Germania Egestorf/Langreder
(Stadion am Panzenberg, Landwehrstr. 4, 28217 Bremen)
Schiedsrichter: Franz Bokop (SFN Vechta), Assistenten: Christian Meermann, Alexander Thole
Altona 93 gegen den SV Eichede
(Adolf-Jäger-Kampfbahn, Griegstraße 62, 22763 Hamburg)
Schiedsrichter: Eric Müller (FC Union/60), Assistenten: Allen Chen, Tijan Njie
Wir wollen die vier Vereine ein bisschen unter die Lupe nehmen und haben ein paar Fakten gesammelt.
Anfangen wollen wir mit dem Vertreter des Bremer Fußball-Verbandes, dem Bremer SV. Wir finden, das haben sie sich verdient. Zum dritten Mal nimmt der Abonnement-Meister der Bremen-Liga an der Aufstiegsrunde teil und dem alten Bremer Sprichwort „Dreimal ist Bremer Recht“ folgend, soll es diesmal nun auch endlich das letzte Mal sein. Der Aufstieg soll endlich gelingen. Die Spieler von Klaus Gelsdorf und Fabrizio Muzzicato befinden sich zurzeit in einer guten Form, in den letzten Spielen ging lediglich die Partie gegen den hartnäckigsten Widersacher, Blumenthaler SV verloren. Am vergangenen Sonnabend machten die Jungs vom Panzenberg zum dritten Mal das Double perfekt und gewannen den Bremer Landes-Pokal souverän mit 3:0 gegen eben diese Blumenthaler. Ein Mann konnte dabei besonders auf sich aufmerksam machen: Vafing Jabateh. Der Liberianer traf selber zweimal und bereitete den dritten Treffer vor. Mehr braucht‘s kaumt als Visitenkarte für die Aufstiegsrunde.
Die Bremer werben mit dem Slogan „Seit 1962 nicht in der Bundesliga.“ Das wird auch nach Ende der Aufstiegsrunde nicht anders sein, in der Regionalliga wären sie aber schon einmal ein Stückchen näher dran.
Gründung: 1906
Mitglieder: 350
Größte Erfolge: Regionalliga Nord (damals zweite Liga) 1965-1967
Vereinsfarben: Blau-Weiß
Trainer: Klaus Gelsdorf/Fabrizio Muzzicato
Erfolgreichste Torschützen: Florent Aziri (15), Vafing Jabateh (15), Maciej Kwiatkowski (14)
Durchschnittsalter: 26,3
Stadion: Stadion am Panzenberg, Landwehrstr. 4, 28217 Bremen – Kapazität: 8.000 Plätze
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Der erste Gegner des Bremer SV ist der 1. FC Germania Egestorf/Langreder. Der Albtraum eines jeden Social-Media-Redakteurs. Natürlich nur aufgrund der Länge des Vereinsnamens. Sollte der Aufstieg in die Regionalliga gelingen, wird der „1fcgel“ sicherlich ein geflügeltes Wort.
Die „Germanen“ schielen schon länger mit einem Auge Richtung Regionalliga, doch in den Jahren zuvor gab es immer ein anderes Team, das sich den zweiten Platz der Oberliga Niedersachsen schnappte und in die Aufstiegsrunde ging. In diesem Jahr ging die Meisterschaft und der direkte Aufstieg an U.S.I. Lupo Martini aus Wolfsburg aber den zweiten Platz ließen sich die Jungs von Jan Zimmermann nicht mehr nehmen.
Ohnehin spielt das Team aus dem NFV-Bezirk Hannover eine überragende Saison. Dies belegt nicht nur der zweite Rang in der Oberliga, sondern ebenfalls die Tatsache, dass sich demnächst der FC Bayern München in Barsinghausen ein Stelldichein geben wird. Oder der BVB. Vielleicht auch die alte Dame Hertha, mindestens aber die Fortuna aus Düsseldorf. Der 1. FC Germania hat sich nämlich erstmalig für die erste Hauptrunde des DFB-Pokals qualifiziert. Im Viertelfinale des Niedersächsischen Pokals wurde Regionalligist SV Meppen mit 4:1 nach Hause geschickt, im Halbfinale musste der große Nachbar aus Osnabrück dran glauben. Im Finale hat es gegen die Spielvereinigung Drochtersen/Assel dann nicht ganz gereicht. Das lag aber sicher nur daran, dass die Gedanken schon Richtung Regionalliga schweiften…
Gründung: 2001
Größte Erfolge: Aufstieg in die Oberliga Niedersachsen 2012, Qualifikation für die 1. Runde DFB-Pokal 2016
Vereinsfarben: Rot-Weiß
Trainer: Jan Zimmermann
Erfolgreichste Torschützen: Hendrik Weydandt (13), Christoph Beimann (9), Torben Engelking (9)
Durchschnittsalter: 23,8
Stadion: An der Ammerke, Ammerke 1, 30890 Barsinghausen – Kapazität: 1.200 Plätze
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Das dritte Team im Bunde ist der SV Eichede. Der Meister der Schleswig-Holstein-Liga ist kein Unbekannter in der Regionalliga Nord. Bereits in der Saison 2013/2014 spielten die Roten aus dem Kreis Storman in der vierten Spielklasse. Damals musste man gemeinsam mit Victoria Hamburg und dem SV Wilhelmshaven wieder eine Klasse tiefer gehen. Aber die „Bravehearts“ haben sich in den Jahren weiter entwickelt, sportlich und infrastrukturell.
Der langjährige Trainer Oliver Zapel beendete vor kurzem seine Fußballlehrer-Ausbildung und die Jugendabteilung wächst beständig und klopft bereits mit einigen Mannschaften an die Tür des überregionalen Fußballs. In der Liga ging es für den SV Eichede ständig bergauf. Nach mäßigem Start, stellte sich der Erfolg nach der Winterpause ein. Seit Anfang April wurde dann gar kein Punkt mehr abgegeben. Lohn der Arbeit war der Titel in der Schleswig-Holstein-Liga mit 81 Punkten vor der SpVgg Eutin 08.
Der SV Eichede wäre in der Regionalliga Nord übrigens der einzige Verein, der in dieser Spielklasse auch eine Schiedsrichterin stellen würde. Susann Kunkel kommt vom SVE und pfeift seit Beginn der Saison als einzige Schiedsrichterin in der vierten Spielklasse.
Der SV Eichede mit seinem Team 2015/2016 (Foto: SV Eichede)
Gründung: 1947
Mitglieder: 608
Größte Erfolge: Meister der Schleswig-Holstein-Liga und Aufstieg in die Regionalliga Nord 2013
Vereinsfarben: Rot-Weiß
Trainer: Oliver Zapel
Erfolgreichste Torschützen: Arnold Lechler (22), Ian Prescott Claus (14)
Durchschnittsalter: 26,9
Stadion: Ernst-Wagener-Stadion, Mathias-Claudius-Straße, 22964 Eichede – Kapazität: 3.000 Plätze
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Last but not least haben wir noch den Altonaer Fußball-Club aus Hamburg. Mit Gründungsdatum im Jahre 1893 ist er der, nun…‘Dino‘ unter den teilnehmenden Vereinen. Beim Club aus dem Hamburger Westen hat man schon einiges mitgemacht. Gute wie auch schlechte Zeiten. Herausragend sicherlich die Teilnahme an den Endrunden zur Deutschen Meisterschaft 1903 und 1909 oder das Erreichen des DFB-Pokal Halbfinales 1955 und 1964.
In jüngerer Zeit ist es ruhig geworden um die Rot-Schwarzen. Seit dem Regionalliga-Abstieg 2009 wird in der Oberliga-Hamburg gekickt. Nichts desto trotz wird an der Elbe immer noch hervorragend ausgebildet. Spieler wie Jonathan Tah oder Eric Maxim Choupo-Moting lernten im Hamburger Westen das Fußballspielen.
In der abgelaufenen Saison belegte das Team von Trainer Berkan Algan in der Oberliga Rang sechs. In einer Liga, die sich selbst häufig genug scheint, ein bemerkenswerter Schritt, sich der Aufgabe Regionalliga stellen zu wollen. Vielleicht liegt darin auch die Chance, als vermeintlicher Underdog in der Aufstiegsrunde bestehen zu können.
Altonaer Fußball-Club von 1893 (Foto: Wolfgang Genat / wogebild.de)
Gründung: 1893
Größte Erfolge: Endrunden zur Deutschen Meisterschaft 1903 und 1909, 1952-1963 Oberliga (damalige erste Liga)
Vereinsfarben: Schwarz-Weiß-Rot
Trainer: Berkan Algan
Erfolgreichste Torschützen: Felix Brügmann (15); Nick Brisevac (10)
Durchschnittsalter: 25,1
Stadion: Adolf-Jäger-Kampfbahn; Griegstraße 62, 22763 Hamburg – Kapazität: 8.000 Plätze
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(Text: NFV)