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"Es gibt Verständnis auf beiden Seiten"

NFV-Geschäftsführer Stefan Lehmann zur aktuellen Situation

(Foto: hansepixx.de)

Natürlich fehlt etwas. Aber bislang ist es nicht so schlimm. „Die Auszeit dauert jetzt einen Monat, noch ist es gefühlt wie eine Sommerpause“, sagt Stefan Lehmann. Er vermisst den Fußball schon. Irgendwie ist es ja auch etwas merkwürdig, in Zeiten ohne Sport das Amt als Geschäftsführer des Norddeutschen Fußball-Verbandes auszuüben. Aber wie gesagt: So lange liegen die aktiven Wochen nicht zurück. Und: Stefan Lehmann hat auch ohne den Spielbetrieb eine ganze Menge zu tun. „Vielleicht liegt es daran, dass mir noch nicht so viel fehlt: Ich bin ja komplett drin in der Geschichte“, sagt er.

Diese Geschichte, das ist natürlich die Corona-Krise mit all ihren Folgen. Der Spielbetrieb ruht und alle fragen sich, wann es wieder losgeht – das sind in etwa die vorliegenden Fakten. Alle anderen Dinge sind offen, und deshalb gibt es derzeit auch eine Menge zu tun für den Geschäftsführer des NFV. Er arbeitet aktuell nämlich mit den Szenarien und ihren Folgen. Für Stefan Lehmann geht es also nicht nur um die Frage, in welcher Form mit der aktuellen Saison 2019/2020 umgegangen wird. Er beschäftigt sich in diesen Tagen auch mit den Auswirkungen von Abbruch, Annullierung oder Unterbrechung. 

Man kann sich gut vorstellen, wie kompliziert das werden kann. Natürlich ist die aktuelle Spielzeit in erster Linie von den Vorgaben der Politik abhängig. Daneben ist es Stefan Lehmann und dem Norddeutschen Fußball-Verband aber wichtig, ein Meinungsbild einzuholen. Der Verband muss wissen: Wie denken die Vereine, was wünschen sie sich? Die verschiedenen Szenarien werfen zudem alle ihre ganz eigenen Fragen auf. Sie betreffen die Haftung in Falle gerichtlicher Auseinandersetzungen oder die vertragliche Situation der Vereine und ihrer Spieler. Bereits jetzt gibt es zahlreiche Gutachten zu den unterschiedlichen Themen. „Da habe ich schon mit dem Lesen genug zu tun“, sagt Stefan Lehmann.

Aber er muss in diesen Tagen natürlich auf dem neuesten Stand der Entwicklung bleiben und den Überblick behalten. Zudem ist der Austausch wichtig, mit dem DFB, den Kollegen der anderen Verbände und innerhalb des NFV. Deshalb nimmt Lehmann in der Woche an drei, vier Videokonferenzen teil. „Und sie müssen auch vor- und nachbereitet werden“, sagt der Geschäftsführer. Er kann sich also nicht über einen Mangel an Beschäftigung beklagen. Zumal im Hinblick auf die möglichen Saisonabschluss-Szenarien ein virtueller Verbandstag notwendig werden könnte. Seine technischen Voraussetzungen gilt es deshalb ebenfalls zu prüfen.

Auch dabei stellt Stefan Lehmann regelmäßig fest, wie besonnen die Vereine mit der Situation umgehen. Es gibt Verständnis auf beiden Seiten. Andererseits weiß er, dass derzeit eigentlich auch von den Verbänden und damit auch vom NFV eine finanzielle Unterstützung erwartet wird: „Die Öffentlichkeit denkt ja, aufgrund der in den Medien in Bezug auf den Fußball kolportierten Millionensummen, dass auch die Regional- und Landesverbände bildlich gesprochen im Geld schwimmen.“ Das sei angesichts einer bei vielen Verbänden größtenteils und beim NFV nahezu ausschließlichen Finanzierung über die derzeit fehlenden Zuschauereinnahmen aus den Profiligen aber nicht der Fall. „Auch unsere Finanzierung ist durch die Corona-Krise stark gefährdet, vor allem dann, wenn in absehbarer Zeit kein Spielbetrieb in den Profiligen möglich ist oder dieser nur in Form von Geisterspielen stattfinden kann“, sagt Stefan Lehmann.
 


(Text: Stefan Freye)

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