Es ist der einzige Neuzugang der Regionalliga Nord: Der VfB Lübeck kehrte nach einem Jahr in der 3. Liga zurück in die Spielklasse. Für die Lübecker ändert sich aber auch darüber hinaus eine ganze Menge: Nach fünf Jahren unter Rolf Landerl wurde dessen Assistent Lukas Pfeiffer zum neuen Chefcoach befördert. Der 30-Jährige ist damit der jüngste Trainer in der langen VfB-Historie. Viele Experten trauen dessen Team nach dem Abstieg eine führende Rolle zu, und so zählen die Lübecker ganz allgemein zu den Meisterschaftskandidaten. Allerdings liegt auch hinter dem VfB-Kader ein Umbruch. Deshalb reicht Lukas Pfeiffer die Favoritenrolle erst einmal weiter.
Lukas Pfeiffer, wer zählt aus Ihrer Sicht zu den Favoriten?
Da ist sicher der SC Weiche Flensburg zu nennen, der in der letzten Saison den besten Eindruck hinterlassen hat. Außerdem wird sicherlich die eine oder andere U23-Mannschaft oben dabei sein. Dass wir von einigen auch als Favorit genannt werden, kommt mir noch zu früh.
Wie sieht denn Ihr Saisonziel aus?
Das gibt letztlich der Modus vor. Da die Liga im Februar geteilt wird, muss es unser Ziel sein, dann zu den ersten Fünf und damit in der Meisterrunde zu spielen. Bis dahin konzentrieren wir uns auch nur auf diesen Teil der Saison. Da auch die Tabelle noch einmal gemischt wird, weil ja nur die Punkte gegen die Gegner übernommen werden, die in der gleichen Runde spielen, werden wir erst danach sehen, was am Ende möglich sein wird.
Wie gut sind Sie auf die Regionalliga vorbereitet?
Wir arbeiten daran. Wir haben uns einige Testspiele angeschaut und werden an den Spieltagen viel unterwegs sein. Komplett werde ich die Liga zum Saisonstart nicht kennen, aber auf die ersten Gegner werden wir vorbereitet sein. Ich kenne auch viele Plätze noch nicht, aber da werden mein Co-Trainer Norbert Somodi oder Tommy Grupe, der in der Liga gespielt hat, sicher gute Hinweise geben.
Wie verlief die Vorbereitung?
Es war das Ziel, eine Entwicklung mit einer neuen, jungen Mannschaft anzustoßen. Aus meiner Sicht ist das bislang gelungen. Wir versuchen im Verein, alle gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen. Das spürt man auch außerhalb der Mannschaft. Wir haben der Mannschaft die Werte des VfB vermittelt, den Lohmühlenfußball nähergebracht. Davon haben die Spieler viel angenommen und schon umgesetzt. Die Jungs zeigen Engagement, und man erkennt bereits, dass wir Wert auf die Komponente Schnelligkeit gelegt haben. Gut war auch, dass ein Kennenlernen zwischen den Fans und der Mannschaft stattgefunden hat – mit einem Stadtbummel und einer gemeinsamen Streich-Aktion im Stadion. Es ist für uns wichtig, dass die Fans am Ende gern ins Stadion kommen. Einzige kleine Wermutstropfen waren die Verletzungen von Mirko Boland und Nathaniel Amamoo.
Mussten Sie eigentlich lange überlegen, als das Angebot der neuen Rolle erhielten?
Nein. Es kam zwar etwas überraschend für mich, als mir der Verein die Stelle des Cheftrainers vorgeschlagen hat. Aber das ist für mich persönlich eine hervorragende Möglichkeit, mit dem Verein etwas aufzubauen. Ich traue mir die Aufgabe auf jeden Fall zu und freue mich auf die Herausforderung.
In Mirko Boland ist der Routinier des Teams dreieinhalb Jahre älter als Sie. Macht es das schwerer?
Nein, das glaube ich nicht. Ich bin für einen Trainer sicherlich jung, aber ja auch nicht unerfahren. Ich habe neben dem Sportstudium vier Jahre lang Mannschaften auf dem Level der Jugend-Regionalliga trainiert. Ich habe für den DFB Gegneranalysen erstellt und war in dieser Funktion Teil des Trainerteams bei der U17-EM. Im letzten Jahr habe ich nun als Co-Trainer den Profibereich
(Das Interview führte Stefan Freye)