Die gute Nachricht für Teutonia 05 Ottensen: Das Team belegt weiterhin den Spitzenplatz – obwohl es beim 1:1 in Heide bereits zum dritten Mal in Folge die Punkte teilte. Die Hamburger bleiben damit zwar die einzige noch ungeschlagene Mannschaft der Staffel (6-5-0). Doch während sich das 1:1 in Norderstedt noch als „in Ordnung“ verbuchen ließ und auch das Remis gegen Holstein II im Spitzenspiel sicher nicht als Enttäuschung galt, ist eine Punkteteilung beim Vorletzten für den Tabellenführer einfach zu wenig. Dabei wurde klar: Teutonia ist derzeit längst nicht mehr so treffsicher wie zu Beginn der Saison. „Wir haben eigentlich ein sehr gutes Spiel gemacht, das einzige, was nicht in Ordnung ist, ist das Ergebnis“, fasste Cotrainer Jan-Philipp Rose das 1:1 in Heide angesichts der vergebenen Möglichkeiten zusammen. Der Torflaute – so muss man das ja bezeichnen angesichts der 17 Treffer vor der Remis-Serie – will man nun allerdings in Ruhe begegnen. „Wir müssen jetzt weiterarbeiten, eine konzentrierte Leistung zeigen und unsere Chancen ausnutzen“, so Rose.
Sie sind noch immer ganz oben, die kleinen Störche von Holstein Kiel II. Beim 3:0 in Altona blieb das Team bereits zum achten Mal in Folge ungeschlagen und blickt nun auf eine ziemlich gute Bilanz zurück (7-2-2). Deshalb stellt sich längst nicht mehr die Frage, ob der Nachwuchs des Zweitligisten vielleicht nur von einem Zwischenhoch an die Spitze der Liga gespült wurde. Die Kieler stellen in dieser Saison ein Spitzenteam, und ein Blick auf das Torverhältnis macht klar, woran das liegt: Mit 24 erzielten Treffern verfügt Holstein II über den erfolgreichsten Angriff der Staffel.
Der Tabellendritte SC Weiche Flensburg (6-1-2) weist bereits einen Rückstand von vier Punkten auf. Er befindet sich allerdings auch mit zwei Nachholspielen im Rückstand, tritt erst an diesem Dienstag (19 Uhr) zum Duell beim Hamburger SV II an. So gesehen hat sich die Situation der Flensburger in den vergangenen Wochen nicht verschlechtert. Dabei hatte Weiche beim 1:2 im Spiel bei St. Pauli II in der Vorwoche noch die zweite Saisonniederlage kassiert. „Wir haben verloren und viele Dinge nicht gut gemacht“, kritisierte Weiche Coach Thomas Seeliger. Er erwartete also eine Steigerung, und beim 7:1-Pokalsieg über den Oldenburger SV lieferte Weiche in der vergangenen Woche immerhin schon mal einen standesgemäßen Erfolg ab. Keine Frage: Mit den Flensburgern wird auch zukünftig zu rechnen sein.
Die SpVgg Drochtersen/Assel (5-4-2) vermochte den vierten Platz in den vergangenen Wochen zu verteidigen. Sie hat wie Weiche Flensburg stolze 19 Punkte auf dem Konto, ist allerdings ohne Nachholspiele. Insofern fehlt bereits ein bisschen zur Tabellenspitze. Woran das liegt? Vermutlich an der eigenen Torausbeute. Mit 14 erzielten Treffern muss die Spielvereinigung als das ungefährlichste Team der Spitzengruppe gelten. Noch mangelt es der Offensive offenbar an Durchschlagskraft. Ein großes Problem ist das angesichts der eigentlichen Ambitionen aber nicht. „Primäres Ziel ist die Meisterrunde“, sagt Trainer Lars Jagemann. Sein Team befindet sich also voll auf Kurs.
Der VfB Lübeck (4-2-5) belegt nach wie vor den fünften Tabellenplatz, kassierte zuletzt aber die Niederlagen in Drochtersen (0:3) und St. Pauli (0:1). Dabei ließ auch der Angriff des VfB die Durchschlagskraft vermissen. „Wir haben viel versucht, aber wir waren nicht zwingend“, meinte Trainer Lukas Pfeifer nach der jüngsten Niederlage. Der Drittligaabsteiger sollte nun wohl dringend zu mehr Effektivität finden. Mittlerweile ist die Konkurrenz dem VfB recht nahe gekommen.
Der FC St. Pauli II belegt punktgleich mit dem VfB den sechsten Platz. Er vermochte seine Bilanz (4-2-5) zuletzt mit zwei Siegen aufzuhübschen und zählt damit zu den Gewinnern der vergangenen Wochen. Dabei hatten die Hamburger den Start mit gerade mal einem Zähler aus den ersten fünf Partien noch komplett verpatzt. „Wir sind super zufrieden, das haben die Jungs gut gemacht“, meinte Co-Trainer Benjamin Olde nach dem 1:0 gegen den VfB Lübeck. Das galt natürlich dem erneuten Heimsieg. Es beschreibt aber wohl auch die allgemeine Situation des FC St. Pauli in ganz ordentlicher Weise. Geht es in diesem Stil weiter, dürften die Kiezkicker eine gute Chance auf die Aufstiegsrunde besitzen.
Der FC Eintracht Norderstedt teilte sich zuletzt viermal in Folge die Punkte und büßte als Siebter einen Platz ein. Angesichts ihrer Bilanz (2-6-3) gilt die Eintracht nun als Remis-Königin der Staffel. Das jüngste 1:1 bei Phönix Lübeck folgte dabei auf eine Hinrunden-Bilanz. „18 Gegentore in zehn Spielen sind einfach zu viel“, stellte Trainer Jens Martens fest. Es sei deshalb um einen Impuls in der Defensive gegangen, und so stand in Lübeck Stefan Rakocevic für Lars Huxsohl zwischen den Pfosten. Allerdings machte Martens nach dem 1:1 noch ein anderes Problem aus: „Leider können wir die Leistung, zu der wir im Stande sind, momentan nicht über 90 Minuten auf den Platz bringen.“ Die Eintracht wird in den kommenden Wochen also sicher an ihrer Konstanz arbeiten.
Einen Punkt hinter der Eintracht belegt der Hamburger SV II (3-2-4) den achten Rang – er hat allerdings noch zwei Nachholspiele in der Hinterhand. "Ich bin mit der Leistung meiner Mannschaft heute einverstanden", meinte Pit Reimers nach dem 0:0 in Drochtersen am Wochenende. Sein Team habe „solide gestanden“ und spielbestimmend“ agiert. Mit anderen Worten: Das junge HSV-Team befindet sich mitten in einer ordentlichen Entwicklung. Finden die Hamburger Talente zu einer noch konstanteren Leistung, ist die Aufstiegsrunde zweifellos drin. Derzeit fehlen ja nur drei Punkte auf Platz fünf.
Bei Phönix Lübeck sorgen ein Rückstand von nur vier Punkten sowie ein Nachholspiel für die nötige Hoffnung – noch musste auch der Tabellenneunte einen Rang unter den Top 5 nicht abschreiben. Dazu müssten die Lübecker ihrer Bilanz (2-4-4) allerdings wohl noch den ein oder anderen Sieg hinzufügen. Die Adler lieferten einige sehr respektable Ergebnisse in den vergangenen Wochen. Aber zum Sprung in der Tabelle dürften ihnen wohl nur dreifache Punktgewinne verhelfen.
Beim Heider SV (2-2-7) geht es nach wie vor um den Anschluss. Der zehnte Tabellenplatz und die acht Zähler zwingen derzeit zum Prinzip Hoffnung. Allerdings wurde die Zuversicht in den vergangenen Wochen durchaus genährt. Die Unentschieden gegen Eintracht Norderstedt (2:2) und Spitzenreiter Teutonia (1:1) lassen ja durchaus den Schluss auf eine stabilere Form zu. Vor diesen Partien hätte wohl niemand ernsthaft an eine Punkteteilung geglaubt. „Der Heider SV hat die beste Mannschaft seit Jahren. Fast an jedem Tag haben wir das gezeigt und sind daher auf jeden Fall ligatauglich“, betont Trainer Sönke Beiroth. An Selbstbewusstsein mangelt es dem Vorletzten also nicht – und das ist sicher keine schlechte Voraussetzung für erfolgreiche Wochen.
Man muss wohl nicht drum herum reden: Für Altona 93 (1-2-8) wird es angesichts von nur fünf Zählern eng. Das Schlusslicht kann sich wohl schon jetzt auf die Teilnahme an der Abstiegsrunde einstellen – um dann mit neuem Mut anzugreifen. Denn dass etwas geht, hat das Team ja immer mal wieder angedeutet, und eine wirklich hohe Niederlage kassierte A93 lediglich beim 0:7 gegen den VfB Lübeck zu Saisonbeginn. Es ist also selbst für den Underdog der Staffel noch etwas drin in dieser Saison.
(Text: Stefan Freye)