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Havelse-Trainer Jan Zimmermann im Interview: "Wir brauchen jeden Punkt"

(Foto: hansepixx.de)

Jan Zimmermann über den Start des TSV Havelse und die 1:2-Niederlage gegen den VfL Wolfsburg II

Seit dem Dezember sitzt Jan Zimmermann auf der Bank des TSV Havelse. Zuvor war er rund sieben Jahre für Germania Egestorf-Langreder verantwortlich gewesen – zunächst als Spielertrainer und später als Trainer. Mit dem neuen Team gelang dem 39-Jährigen angesichts der 1:0-Erfolge gegen den VfL Oldenburg und bei Holstein Kiel II ein guter Start in 2019. Am Wochenende verlor der TSV indes mit 1:2 gegen den Spitzenreiter VfL Wolfsburg II.

Herr Zimmermann, wie bewerten Sie die erste Niederlage des Jahres: War es das Ende einer Serie oder ein respektables Ergebnis gegen den Tabellenführer?

Wir haben keine Punkte bekommen, und das ist enttäuschend, denn wir brauchen jeden Punkt. Aber die Art und Weise, wie wir gespielt haben, gibt uns viel Selbstvertrauen für die restlichen Partien. Ich habe viele Spiele des VfL Wolfsburg gesehen, kann mich aber an keines erinnern, wo er so unter Druck gestanden hat.

Dann liegt offenbar eine Entwicklung hinter Ihrem Team. Wie würden Sie sie beschreiben?

Die Mannschaft identifiziert sich mit den Inhalten, die ich von ihr erwarte. Sie setzt das um, und kann so ihre Qualitäten einbringen. Außerdem sind wir sehr homogen und haben ein gutes Miteinander.

Trotz eines ordentlichen Starts mit sechs Punkten aus drei Partien steht der TSV Havelse aber noch immer auf dem 16. Rang. Warum vermochte Ihr Team noch nicht in der Tabelle zu klettern?

Wir haben zwar unseren Tabellenplatz gehalten. Aber wir haben nun den Anschluss an einige Mannschaften vor uns – und das ist auch ein Erfolg. Allerdings dürfen wir sowieso nicht auf die anderen gucken. Wenn wir unsere Punkte holen, werden am Ende der Saison schon genug Mannschaften hinter uns stehen.

Was muss nun passieren, damit der TSV genug Mannschaften hinter sich lässt?

Wir haben noch viel Potenzial. Also wollen wir uns von Woche zu Woche steigern. Die Mannschaft ist ja noch jung, und deshalb müssen wir immer ruhig arbeiten. Denn es wird sicher eng werden am Ende der Saison. Da werden wir auch bis zum Ende konzentriert bleiben müssen.

Im schlimmsten Fall könnten am Ende sechs Mannschaften vom Abstieg aus der Regionalliga Nord betroffen sein. Welche Rolle spielt die noch ungewisse Anzahl der Absteiger eigentlich im Abstiegskampf?

Natürlich guckt man immer mal wieder darauf, was in der 3. Liga passiert. Wer das abstreitet, der lügt. Aber man kann es eben nicht beeinflussen. In meinen Augen wäre eine klare Regelung allerdings wünschenswert.

Am kommenden Samstag tritt Ihr Team nun beim 14. in Norderstedt an. Ein richtungsweisendes Spiel?

Genau. Das ist die Chance, Norderstedt ranzuholen, und die wollen wir nutzen. Danach kommen dann noch der HSV II und der VfB Lübeck auf uns zu. Aber wir haben ja gerade erst gegen den VfL Wolfsburg II gezeigt, dass wir mit schweren Aufgaben umgehen können.

Sie waren einst als Spieler für den TSV Havelse aktiv, schlossen sich 2011 Germania Egestorf-Langreder an, erst auch als Spieler und später als Trainer. Nun sind Sie wieder in Havelse. Da muss man eigentlich nicht lange überlegen, wohin es in ein paar Jahren gehen könnte, oder?

Meine Rückkehr nach Havelse war schon nicht geplant, als ich im Oktober in Egestorf aufgehört habe. Insofern kann ich nur sagen: Im Fußball ist nichts planbar. Aber eigentlich hat sich jetzt ein Kreis geschlossen, und ich kann mir nur schwer vorstellen, noch einmal eine andere Amateurmannschaft in dieser Region zu trainieren. Aber jetzt habe ich ja sowieso erst einmal meine Pläne mit dem TSV Havelse.

Und die werden sicher den Klassenerhalt vorsehen. Sie persönlich haben aber offenbar auch noch persönliche Ambitionen?

Ja. In erster Linie möchte ich mittelfristig den Fußballlehrer machen. Wann das sein wird, ist noch unklar. Und wenn das geschafft ist, bin ich ergebnisoffen.

 

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