Vorhang auf, Bühne frei. Am Wochenende startet die Futsal-Regionalliga Nord der Herren. Es ist kein Zufall, dass neben den Duellen zwischen Sparta Hamburg und Eintracht Braunschweig sowie PTSK Kiel und Fortis Hamburg gleich zwei Derbys (Hamburger SV – Hamburger FC und Werder Bremen – OSC Bremerhaven) ausgetragen werden: Vier der acht Teams stammen aus dem Hamburger Verband, und Bremen schickt immerhin noch zwei Mannschaften ins Rennen.
„Das war der Wunsch der Landesverbände“, sagt Joachim Dipner, Futsal-Projektleiter des NFV-Spielausschusses. In Hamburg und Bremen spielte Futsal bislang einfach eine größere Rolle als in Niedersachsen oder Schleswig-Holstein. In den Stadtstaaten ließ sich ein Spielbetrieb auch vergleichsweise leicht installieren. Die Futsal-Regionalliga Nord, die vierte Spielklasse dieser Art in Deutschland, soll nun ein weiterer Schritt sein, diese Variante des Hallenfußballs noch ein bisschen mehr zu etablieren.
Einen Zweifel gibt es ja auch nicht: Dem Futsal gehört die Zukunft. Bereits heute werden zahlreiche Hallenturniere auf diese Art ausgetragen. Der Verzicht auf eine Bande sowie ein Ball mit leicht gedämpften Sprungeigenschaften bieten Vorteile, die von immer mehr Aktiven geschätzt werden. Die Pläne für eine Futsal-Bundesliga liegen denn auch längst vor, bereits in ein paar Jahren soll auf DFB-Ebene unterm Hallendach gezaubert werden. Schließlich schließen sich auch immer mehr erfolgreiche Teams einem großen Verein an.
So wie die Hamburg Panthers in dieser Woche dem Hamburger SV. Dessen Mannschaftsverantwortlichen Yalcin Ceylani muss man die Vorteile des Futsals nicht näherbringen. Drei norddeutsche und gleich vier deutsche Meisterschaften hatten die Panthers in den vergangenen Jahren gewonnen. Kein Wunder, dass Ceylani die Einführung der Futsal-Regionalliga Nord begrüßt: „Wir finden das sehr gut.“ Bislang sei es immer auf die Tagesform angekommen, wenn der norddeutsche Titelträger ermittelt wurde. „Jetzt gibt es nach Spielen über das gesamte Jahr immer einen verdienten Meister“, findet Yalcin Ceylani.
Und weil sein Team noch nie „etwas von Tiefstapelei gehalten“ hat, kündigt der Hamburger Seriensieger schon mal an: „Ich bin überzeugt, dass wir der erste Regionalliga-Meister werden.“ Ohne Konkurrenz ist der HSV deshalb allerdings nicht: Für Ceylani sind der Stadtrivale Fortis und Werder Bremen weitere aussichtsreiche Kandidaten auf den Titel.
(Text: Stefan Freye)
Links zur Herren-Futsal-Regionalliga Nord 2017/2018: