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Kein Überflieger in Sicht

1. Spieltag Meisterrunde

(Foto: hansepixx.de)

Nun ist auch die Meisterrunde gestartet, und dabei ließ sich feststellen: Es geht um etwas in den kommenden Wochen. Das könnte jedenfalls eine Erklärung für die diversen Punkteteilungen zum Auftakt sein.

Seine Spitzenposition verteidigt hat der VfB Oldenburg (18 Punkte). Nach dem 0:0 bei Weiche Flensburg sprach VfB-Trainer Dario Fossi von einem „tollen Start“. Er hatte bei einem der vermeintlich größten Titelkandidaten auf eine offensive Aufstellung gesetzt und seinem Team damit offenbar das richtige Zeichen gegeben: In einem intensiven Spiel zweier druckvoller Mannschaften fehlten eigentlich nur die Tore. „Beide Mannschaften hatte ihre Möglichkeiten, wir vielleicht etwas mehr - letztlich bin ich mit dem Punkt und unserer Leistung sehr einverstanden“, so Dario Fossi.

Turbulent ging es zu beim Auftakt des SV Werder Bremen II (17) – beim 3:3 im Auswärtsspiel gegen Teutonia 05 Ottensen holten die jungen Bremer dreimal einen Rückstand auf. Das sprach nicht nur für die Moral des Teams, es deutete nach der langen Pause auch die Qualität der mit einigen Jungprofis verstärkten Mannschaft an. Zudem machte der Gast in Hamburg auch den Ausfall seiner Topstürmer Justin Njinmah (Leihe zum BVB) und Tim van de Schepop (Rotsperre) wett. Wer sich gegen einen so routinierten Gegner behauptet, sollte ein Wort um den Titel mitreden können.

Nach wie vor den dritten Platz belegt Holstein Kiel II (17). Der 2:1-Erfolg bei Hannover 96 II ließ das Team aber zu den Konkurrenten aus Oldenburg und Bremen aufschließen, und so unterstrich Holstein zum Start, dass es bereit ist für den Titelkampf. Dabei vermochte der Staffelsieger aus dem Norden selbst die Ausfälle der Routiniers Tim Siedschlag und Laurynas Koulikas zu kompensieren, was ebenfalls für eine gute Entwicklung des Nachwuchsteams sprach.

Der SC Weiche Flensburg (14) lauert als Tabellenvierter weiterhin einige Punkte hinter dem Führungstrio. Gänzlich unzufrieden war man aber auch bei Weiche nicht mit dem torlosen Remis gegen den VfB Oldenburg zum Auftakt. „Die Jungs haben alles reingeworfen, und das Pendel hätte in beide Richtungen ausschlagen können, sodass wir mit dem Punkt leben können“, meinte Thomas Seeliger. Dem Flensburger Trainer war natürlich klar, dass es vor allem darum ging, den Abstand auf keinen Fall zu vergrößern: „Für uns war verlieren verboten. Wir wollten unbedingt punkten, weil wir den Rückstand natürlich aufholen wollen.“

Für den Fünften F.C. Teutonia 05 Ottensen (14) hat sich ebenfalls nicht viel verändert. Er befindet sich weiterhin in Lauerstellung. Allerdings kann man sich bei der Teutonia wohl sicher sein, dass die Form mittlerweile stimmt: Nach dem 0:3 gegen Holstein Kiel zum Abschluss der Staffel Nord lieferte der Gastgeber dem hoch gewetteten Nachwuchsteam aus Bremen ein ausgeglichenes Duell mit Chancen auf beiden Seiten. Die Teutonia scheint also durchaus gewappnet für die kommenden Wochen und sollte zu einem spannenden Titelrennen beitragen können.

Nach dem 2:1 über den VfV Borussia 06 Hildesheim ist auch der Hamburger SV II (13) wieder im Geschäft. Der Abstand zu den Spitzenteams erscheint jedenfalls nicht uneinholbar. Erst recht nicht für ein HSV-Team, das eine sehr gute Entwicklung hinter sich hat und mittlerweile seit fünf Spielen ungeschlagen ist. Gegen den VfV unterstrich dabei vor allem die Hamburger Defensive ihre Klasse – sie hielt den Angriffen des Gastes im zweiten Durchgang stand. Es würde also nicht überraschen, sollte der HSV sich in den kommenden Wochen noch um den ein oder anderen Platz verbessern.

Ein torloses Remis an der Lohmühle in Lübeck – man kann schlechter in die Meisterrunde starten als Atlas Delmenhorst (12). Dabei ließ sich nach den 90 interessanten Minuten beim VfB durchaus von einem glücklichen Erfolg sprechen: Der Gastgeber besaß sehr gute Chancen, und so avancierte Atlas-Keeper Rico Sygo zu einem der stärksten Spieler auf dem Platz. „Wir können mit dem Unentschieden sehr zufrieden sein, haben bis auf die Schlussphase der ersten Halbzeit, in der wir teilweise geschwommen haben, dagegengehalten und das gut gemacht“, so Atlas-Coach Key Riebau.

Was in Delmenhorst gefeiert wurde, kam beim VfB Lübeck (8) weniger gut an. Zwar ist das Team des Meisterrunden-Achten mittlerweile seit sieben Partien ungeschlagen. Aber es klafft nach wie vor eine Lücke zu den Mannschaften mit mehr oder weniger großen Titelhoffnungen. Der VfB ist nun erst recht gefordert und muss wohl unbedingt verlässlich siegen, um noch einmal den Anschluss zu den aussichtsreichen Mitbewerbern herzustellen.
 
Die Pause war lang, der Anfang entsprechend schwer: Das 0:1 beim HSV II vermochte die Situation des VfV Hildesheim (7) natürlich nicht zu verbessern. Allerdings: In der Domstadt gilt die Qualifikation zur Meisterrunde – und der damit verbundene vorzeitige Klassenerhalt – ohnehin als ganz wesentlicher Schritt in dieser Saison. Man wird die kommenden Wochen vor allem genießen und ohne den ganz großen Druck Fußball spielen. Wer weiß, was der Tabellendritte der Staffel Süd auf diese Weise zu leisten imstande ist.

Auch Hannover 96 II (5) hegt in der Tabelle nicht die ganz großen Ambitionen und wird die Meisterrunde in aller erster Linie dazu nutzen, seine junge Mannschaft zu entwickeln. Insofern war mit der 1:2-Heimniederlage gegen Holstein Kiel II auch kein Beinbruch verbunden. Aber natürlich wissen sie in Hannover auch: Die persönliche Entwicklung der Nachwuchskicker sollte sich schon regelmäßig in ordentlichen Ergebnissen niederschlagen. Insofern ist auch von 96 II noch einiges zu erwarten in den kommenden Wochen.
 

 

(Text: Stefan Freye)

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