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Nachgefragt bei Eugen Gehlenborg: "WM war vielfältig und intensiv"

Eugen Gehlenborg über die WM in Brasilien und die kommende Regionalligasaison

(Foto: NFV)

Einen Pokal in den Händen und jede Menge Eindrücke im Kopf –  Eugen Gehlenborg war hautnah dabei, als die deutsche Nationalmannschaft am 12. Juli in Brasilien den Weltmeistertitel dank eines 1:0-Erfolgs über Argentinien gewann.

Der Präsident des Norddeutschen Fußball-Verbandes, zugleich DFB-Vizepräsident für Sozial- und Gesellschaftspolitik, war bereits Augenzeuge einiger Hinrundenspiele geworden und zum Finale erneut nach Brasilien gereist. Das dramatische Endspiel, die Feiern danach und schließlich auch die Rückkehr nach Berlin rundeten ein ganz besonderes Erlebnis ab. Es mit ein paar Sätzen zu beschreiben, ist gar nicht so leicht.

„Die Eindrücke waren vielfältig und intensiv“, sagt Eugen Gehlenborg. Natürlich haben ihn besonders die Leistung und das Auftreten der deutschen Mannschaft begeistert, und auch der Autokorso sowie der Jubel auf der Fanmeile in Berlin werden ihm wohl immer in Erinnerung bleiben.

Beeindruckt war der NFV-Präsident aber auch vom Gastgeber. „Ein bleibender Eindruck ist sicher die Herzlichkeit der Menschen.“ Viel Respekt und Anerkennung hatten die Brasilianer dem deutschen Team bereits vor dem 7:1-Erfolg im Halbfinale entgegengebracht. Sie sollten sich danach sogar noch steigern. „Und sie hatten nur eine Bitte: Dass wir jetzt wenigstens Argentinien schlagen“, erinnert sich Gehlenborg schmunzelnd. Ihre unglaubliche Lebensfreude ließen sich die Gastgeber nämlich auch von der großen Enttäuschung über die Leistung des eigenen Teams nicht nehmen. Das Fazit von Eugen Gehlenborg fällt entsprechend aus: „Es passte einfach alles.“

Der WM-Titel ist jedenfalls Grund genug, sich mit der am Freitag startenden Regionalliga zu beschäftigen. Denn auch das zählt ja zu den großen Vorteilen des Fußballs – es geht immer irgendwie weiter...

 

(NFV-Präsident Eugen Gehlenborg in Begleitung des WM-Pokals/ Foto: Privat)

 

Deutschland ist im WM-Fieber. Welche Auswirkungen wird der Titel für die Regionalliga Nord haben?

Es gibt die begründete Hoffnung, dass durch den WM-Titel viele Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene neu für den Fußball begeistert werden und die Fußballvereine allgemein dadurch einen erhöhten Zuspruch haben werden. Am Ende dürfte von dieser allgemeinen Fußball-Hochstimmung auch die Regionalliga „profitieren“ – sei es durch Erhöhung der Zuschauerzahlen oder durch die leichtere Gewinnung von Sponsoren.

Ganz unabhängig von positiven Effekten gilt die Regionalliga Nord bereits als Erfolgsmodell. Worin liegt aus Ihrer Sicht der Vorteil dieser Spielklasse?

Von einem Erfolgsmodell würde ich noch nicht sprechen wollen – wohl aber von einem passenden Modell. Dieses ist zum einen historisch bedingt, weil es bereits eine solche Klasse auf regionaler Ebene mit unterschiedlicher Namensgebung gab und weil es dadurch eine Vielzahl von Traditionsvereinen gibt, die sich in dieser Spielklasse „zuhause“ fühlen.

Was kann sich noch verbessern?

Verbesserungsbedarf gibt es hinsichtlich Vermarktung und der Aufstiegsregelung. In beiden Bereichen finden intensive Gespräche statt, nach denen unter anderem eine Vereinbarung mit Sport1 kurz vor dem Abschluss steht. Bezüglich der Aufstiegsregelung werden neue Modelle diskutiert, die perspektivisch eine Verbesserung bringen sollen.

Im vergangenen Jahr dominierten am Ende die Teams von Wolfsburg II und Werder II. Welche Mannschaften erwarten Sie in der neuen Saison ganz vorn?

Meines Erachtens werden sich diese beiden Vereine erneut einen Zweikampf an der Spitze liefern, wobei es durchaus auch eine „Überraschungsmannschaft“ geben kann, die, getragen von einem guten Saisonstart, sich am Ende ganz vorn platziert.

Wie werden sich die Aufsteiger schlagen?

Nach bisherigen Ergebnissen in Testspielen und aufgrund des Gesamteindrucks gehe ich nicht davon aus, dass es sich bei den diesjährigen Aufsteigern auch zugleich um die potenziellen Absteiger handeln wird, zumal es sich beim VfB Lübeck um einen „Altbekannten“ handelt.

Gibt es aus Ihrer Sicht ein, zwei Kandidaten auf den Titel des Überraschungsteams?

Neben den genannten Nachwuchsteams der beiden Bundesligisten rechne ich damit, dass sowohl der SV Meppen als auch der VfB Oldenburg vorn mit dabei sind, wobei es sich aber zugegebenermaßen nicht um Überraschungen handelt. Ansonsten kann ich nur feststellen, dass die Liga doch ziemlich ausgeglichen ist und deshalb hier auch jeder jeden schlagen kann.

Worauf freuen Sie sich am meisten vor der neuen Saison?

Auf eine Saison, die frei von rechtlichen Auseinandersetzungen und Insolvenzen ist und sich ausschließlich auf das Sportliche konzentriert. Dazu wünsche ich allen Vereinen eine erfolgreiche Saison mit vielen spannenden Spielen und guter Zuschauerresonanz.

 

(Das Interview führte Stefan Freye)

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