Neun Spieltage in der B-Juniorenregionalliga sind absolviert, und es hat sich einiges getan in den vergangenen Wochen. An der Spitze bleibt es nach wie vor spannend, am Tabellenende drohen aber gleich zwei Teams den Anschluss zu verlieren.
Nun hat sich der amtierende Meister endlich wieder den Platz an der Sonne gesichert: Dank einer Serie von fünf Spielen ohne Niederlage kletterte Werder Bremen II (20 Punkte) vom sechsten auf den ersten Platz. Beeindruckend dabei ist die Auswärtsstärke des Teams von Marco Grote. In vier Partien auf fremden Platz verlor Werder noch nicht einen Punkt. Das bedeutet nun aber nicht, dass die Bremer unbesiegbar sind. Beim 3:2-Auswärtserfolg gegen den VfB Oldenburg ging es zuletzt ziemlich eng zu. Es dürfte spannend bleiben an der Spitze.
Auch wenn der Nachwuchs von Eintracht Braunschweig (17) zuletzt etwas schwächelte. Dem 1:1-Heimremis gegen den FC Oberneuland war beim 0:1 gegen den VfB Oldenburg nämlich die erste Saisonniederlage vorangegangen. Trainer Benjamin Duda: „Da hat die letzte Entschlossenheit gefehlt. Wir haben ordentlich, aber nicht gut genug gespielt. Die Leistung war so bei 90 Prozent, und dafür haben wir dann die gerechte Strafe bekommen.“ Doch insgesamt kann sich die Bilanz seines Teams sehen lassen, und was das Torverhältnis betrifft, macht den Niedersachsen ohnehin niemand etwas vor. Keine Mannschaft schoss mehr Tore (27), keine kassierte weniger (6). Im Vergleich zu Werders U16 ist die Eintracht zudem mit einem Spiel in Rückstand – es könnte schlechter aussehen in Braunschweig.
Beim VfL Wolfsburg II (17) wird man insgesamt zufrieden sein nach neun Spieltagen. Die kleinen Wölfe dürfen neben Eintracht Braunschweig nämlich als Torfabrik der Liga gelten, denn sie erzielten ebenfalls stattliche 27 Treffer. Konsequenterweise stehen mit Niklas Albrecht (Eintracht Braunschweig) und Deniz Dasdemir (Wolfsburg II) auch die beiden besten Schützen in diesen stürmischen Mannschaften. Beide trafen jeweils neun Mal. Zuletzt aber leistete der VfL-Nachwuchs sich einen Ausrutscher: Die 0:4-Heimpleite gegen den SC Concordia war alles andere als geplant.
Aber wer weiß, wohin sich der SC Concordia Hamburg (17) noch entwickelt? Der vierte Platz muss ja nicht das Ende der Reise sein. Der Fünfte des Vorjahres konnte nach durchwachsenem Start zuletzt jedenfalls eine Menge Boden gut machen. Was das sportliche Verhalten auf dem Platz betrifft, sind die Hamburger sogar noch etwas besser: Hinter Eintracht Braunschweig (6 Gelbe Karten) belegt Concondia (8 Gelbe Karten) den zweiten Rang in der Fairnesstabelle. Wo anständiges Verhalten und sportlicher Erfolg einhergehen, macht man eine Menge richtig.
Auch beim VfB Oldenburg (16) ist man im Soll. Zu welchen Leistungen die Mannschaft fähig ist, wurde ja nicht zuletzt bei der knappen 2:3-Heimniederlage gegen Werder II deutlich. Man hat die diversen Nachholspiele jedenfalls dazu genutzt, den Anschluss an die Spitzenteams herzustellen.
Der FC St. Pauli II (14) hat seinen Mittelfeldplatz aus dem September zwar behauptet, zuletzt jedoch etwas an Boden gegenüber den führenden Mannschaften verloren. Am vergangenen Spieltag reichte es aber immerhin zu einem ungefährdeten 3:0-Heimerfolg über den SV Eichede.
Für den HSC Hannover (13) ging es in den vergangenen Wochen nach unten. Ein Wunder war das allerdings nicht. Der Aufsteiger hatte sich nach drei Saisonsiegen gleich hinter Braunschweig auf dem zweiten Tabellenplatz einsortiert. Es war klar, dass der HSC dieses Niveau kaum würde halten können. Ein bisschen enttäuschend verliefen die letzten Spiele allerdings schon. Vor allem die 2:6-Niederlage in Nettelnburg-Allermöhe am vergangenen Wochenende war ein Rückschlag.
Der SV Nettelnburg-Allermöhe (11) verschaffte sich dank des klaren Heimerfolgs etwas Luft gegenüber den Kellerkindern. Beim 6:2 über den HSC Hannover gelang nun bereits der zweite Heimsieg mit sechs Treffern. Bereits das Duell mit dem HSV II hatte der SV mit 6:4 gewonnen. Ansonsten stehen in der Bilanz allerdings auch drei Heimniederlagen.
Auch der FC Oberneuland (11) musste sich zuletzt nach unten orientieren, ähnlich wie der HSC. Doch die Bremer haben mit dem Team auch einen ziemlich guten Start gemeinsam. Der FCO rangierte zunächst gleich hinter dem HSC auf dem dritten Rang. Nun sind die Bremer aber seit vier Spielen ohne Sieg. Ihr Trainer Jürgen Brandt sieht die „Naivität“ seiner Mannschaft aus ausschlaggebend an. Oft befand sich der FCO auf Augenhöhe mit dem Gegner, belohnte sich aber nicht für seine guten Leistungen - aufgrund individueller Fehler in der Defensive oder nachlässiger Chancenverwertung. Immerhin: Das respektable 1:1 beim Spitzenreiter in Braunschweig lässt wieder auf bessere Ergebnisse hoffen.
Auf bessere Ergebnisse hofft man auch beim Hamburger SV II (11). Zuletzt trennte sich der Bundesliganachwuchs mit 1:1 vom Schlusslicht SC Weyhe. Der HSV vergab Punkte, die er bei der Aufholjagd gut hätte gebrauchen können. Immerhin haben die Hamburger mittlerweile aber einen ordentlichen Abstand zum Tabellenende.
Auch der Nachwuchs des VfB Lübeck (9) zählt zu den Gewinnern der vergangenen Wochen. Nach vier Spieltagen hatte dessen Team nicht einen Punkt auf dem Konto. Zuletzt gelangen allerdings drei Siege in Folge. Gegen St. Pauli II (3:0), Weyhe (6:2) und 96 II (2:1) gab sich der VfB keine Blöße. Er ist zudem mit bislang erst sieben absolvierten Partien im Rückstand.
Der Nachwuchs von Hannover 96 II (9) hat dagegen bereits neun Partien absolviert, und dabei offenbarte das junge Team durchaus Schwierigkeiten, sich an die neue Liga zu gewöhnen. Man kann derzeit aber noch Schritt halten mit der Konkurrenz. Haben sich die Spieler des jüngeren Jahrgangs erst einmal gewöhnt an die Spielweise der B-Juniorenregionalliga, besteht noch ausreichend Zeit zur Aufholjagd.
Schnell etwas passieren muss dagegen beim SV Eichede (4). Die vier Zähler aus neuen Partien deuten eine ziemlich schwierige Saison an. Vor allem in der Defensive scheint es zu haken, denn keine Mannschaft kassierte mehr Treffer als Eichede (32).
Das Schlusslicht SC Wehye (3) wartet nach neun Spielen sogar noch auf den ersten Sieg. Mit fünf erzielten Toren stellt das Team aus der Nähe Bremens zudem den erfolglosesten Angriff der Liga. Das 1:1-Heimremis gegen den HSV II sorgte zuletzt aber für ein bisschen Hoffnung. Trainer Horst Braakmann: „Ein Punkt hilft uns in unserer Situation zwar nicht wirklich weiter, für die Moral war er aber gut.“
(Text: Stefan Freye (sfy))