Mit dem Abstieg werden die C-Junioren des FC Eintracht Norderstedt vermutlich nichts zu tun haben, für die Spitze der Regionalliga Nord reicht es allerdings auch nicht. Das Team von Sebastian Günther zählt zu der kleinen Gruppe von Mannschaften, die direkt hinter den fünf Teams der Bundesliga-Leistungszentren lauern – eine Rolle, mit der sich der Trainer offenbar gut anfreunden kann.
Ihre Mannschaft hat sich kontinuierlich nach oben gearbeitet. Wie wurde diese Entwicklung möglich?
Wir hatten einen schlechten Start in die Saison, wussten aber, dass wir die ersten Spiele sehr unglücklich verloren haben. Unser großes Manko der ersten Wochen war die Torchancenverwertung, an der wir hart und gewissenhaft gearbeitet haben. Mittlerweile zeigt unser Torverhältnis, dass sich die konzentrierte Arbeit gelohnt hat. Zudem haben sich die neun neuen Spieler sehr gut eingelebt und die Mannschaft hat verinnerlicht, was ihr Trainer sehen möchte.
Worin liegen die Stärken Ihres Teams?
Wir haben nicht die Möglichkeit, Spiele durch überragende individuelle Qualität zu gewinnen. Die besten Spieler der Stadt sind beim HSV und beim FC St. Pauli im Kader. Zudem konkurrieren wir mit dem Niendorfer TSV um die verbleibenden Spieler der Metropolregion. Dennoch haben wir eine relativ dichte Leistungsspanne in der Mannschaft und können diese Qualität in der Regel auch mannschaftlich geschlossen abrufen.
Welche Ziele verfolgen Sie mit Ihrem Team? Orientieren Sie sich nach oben oder nach unten?
Unser ausgegebenes Saisonziel war der Klassenerhalt und daran hat sich auch nichts geändert. Wir haben uns eine gute Ausgangslage erspielt, wissen aber, dass die Spiele in der Regionalliga sehr eng werden können. Unser Ziel haben wir noch nicht erreicht und dabei dürfen wir uns nicht von der befriedigenden Punktausbeute blenden lassen.
Wie beurteilen Sie die Situation in der Liga? Warum erscheint es so schwer, in die Dominanz der Leistungszentren einzubrechen?
Die U15-Regionalliga ist die stärkste Regionalliga aller Jahrgänge. Wir sind die einzige Liga, in der die Leistungszentren ohne Altersunterschied beteiligt sind. In der U17-Regionalliga spielen die Leistungszentren mit ihren U16 Mannschaften, in der U19 sind sie nicht mehr vertreten. Wenn die Leistungszentren nicht dominieren würden, müssten sich die Verantwortlichen in den Talentschmieden hinterfragen. Erstaunlich ist das gute Abschneiden der Hamburger Mannschaften in der Hinrunde, bedenkt man die große Konkurrenzsituation in der Stadt. Allerdings sieht man auch enge Spiele zwischen Mannschaften aus Leistungszentren und Regionalvereinen, die dann sehr häufig durch Einzelaktionen von individuell herausragenden Spielern entschieden werden.
Die C-Junioren des FC Eintracht arbeiten am Klassenerhalt in der C-Junioren Regionalliga Nord
(Das Interview führte Stefan Freye; Foto: Anne Pamperin)