Eine, maximal zwei Partien haben die zwölf Frauenteams der Regionalliga Nord noch zu absolvieren. An der Spitze setzte sich der VfL Wolfsburg erwartungsgemäß durch. In der Abstiegsfrage sind dagegen noch nicht alle Entscheidungen gefallen.
Der VfL Wolfsburg II ist das Maß der Dinge in dieser Spielklasse. Mit satten 63 Punkten aus 21 Spielen (21-0-0) führen die Niedersachsen die Liga vor ihrem letzten Saisonspiel an. Es erscheint sehr unwahrscheinlich, dass sich die Reserve des frischgebackenen Deutschen Meisters die weiße Weste in der Partie bei Eintracht Immenbeck (26.5.) noch abnehmen lässt.
Immerhin neun Punkte hinter dem Spitzenreiter ist der TSV Havelse platziert. Sicher hat aber auch der Verfolger seinen Rang, zu groß ist der Vorsprung vor dem breiten Mittelfeld der Spielklasse. Sechs seiner insgesamt neun Verlustpunkte (18-0-3) verlor der TSV übrigens in den Duellen mit dem VfL Wolfsburg. Insofern litt Havelse in dieser Saison sicher auch darunter, dass eine andere Mannschaft einfach noch besser war. In der Fairnesswertung sieht die Sache allerdings anders aus: Hier führt der designierte Vizemeister vor dem Titelgewinner. Bislang kassierte der TSV Havelse drei Gelbe Karten, Wolfsburg deren sechs. Wie auch immer sich die letzten Partien gestalten, eines dürfte also feststehen: In der Frauen-Regionalliga wird sauberer Fußball gespielt.
Hinter den beiden Topteams wird es deutlich enger: Werder Bremen II (36 Punkte), Eintracht Immenbeck (35), Bergedorf 85 (34), der Hamburger SV (30) und die TSG 07 Burg Gretesch (29) befinden sich in etwa auf einem Niveau. Während Immenbeck wohl nur wenig Chancen gegen die Wolfsburger Reserve hat, ermitteln Bergedorf und Werder am letzten Spieltag (26.5.) im direkten Duell den dritten Platz in der Abschlusstabelle.
Der SV Ahlerstedt/Ottendorf (18) und Jahn Delmenhorst (17) auf den Plätzen acht und neun konnten sich erfolgreich aus dem Abstiegskampf heraushalten. Was im Fall vom TV Jahn bemerkenswert ist, da er derzeit noch das schlechteste Rückrundenteam stellt. Angesichts der nur sechs Punkte in den vergangenen Monaten wird man sehr glücklich über die ordentliche Hinrunde mit elf Zählern sein. Der SV Ahlerstedt/Ottendorf ging den umgekehrten Weg: Die Hinrunde beendete der SV mit der drittschlechtesten Bilanz (5 Punkte), in der Rückrunde gelangen aber immerhin 13 Zähler.
Ab Platz zehn wird es eng. Schließlich sind auch in diesem Jahr zwei Regelabsteiger vorgesehen in der Regionalliga. Der vorletzte Platz wird zwischen Den SF Wüsting-Altmoorhausen (14) und dem VfL Oythe (13) ermittelt – und zwar maßgeblich im direkten Duell in Oythe am kommenden Freitag (20 Uhr). Allerdings haben beide Mannschaft nach diesem Spiel noch eine weitere Gelegenheit, am 26.5. tritt Wüsting in Delmenhort und Oythe beim HSV an. Der VfL Oythe belegt übrigens den letzten Platz in der Fairnesstabelle. Zu den 23 Gelben Karten gesellen sich in seinem Fall noch eine Gelb-Rote sowie eine Rote Karte. Die mit Abstand schlechteste Bilanz in der Liga – über die so manches Herrenteam aber wohl froh wäre.
Keine Chance mehr auf den Klassenerhalt besitzt der Bramfelder SV (8 Punkte). Da die Konkurrenz aus Wüsting und Oythe noch aufeinander trifft, wird sich der Abstand zum rettenden Ufer in jeden Fall noch auf über sechs Zähler erhöhen. Selbst wenn das Schlusslicht die Partien gegen Ahlerstedt/Ottendorf und Burg Gretesch also gewinnen sollte, muss es den Gang in die Oberliga antreten.
(Text: Stefan Freye (sfy))