Noch gibt sich die Liga traditionsbewusst: An der Spitze steht mit Holstein Kiel der Absteiger aus der 2. Bundesliga, es folgen der Regionalliga-Vizemeister TSV Havelse und Werder Bremen II, Dritter des Vorjahres. Aber es muss ja nicht bei diesem nicht unerwarteten Tabellenbild bleiben. Es ist einiges möglich. Das haben diverse Überraschungen bereits unterstrichen in einer Liga, die nach dem Rückzug des FFC Oldesloe lediglich mit elf Teams antritt.
Bislang fand sich noch kein Team, das dem Spitzenreiter Holstein Kiel (15 Punkte) gewachsen war. Der Absteiger ist deshalb auch die einzige Mannschaft, die noch ohne Punktverlust ist (5-0-0). Doch es gibt auch Hoffnung für die Konkurrenz. Noch traten die Kielerinnen nämlich nicht gegen ein Topteam von den Plätzen zwei bis vier an. Zudem endete nicht jede Partie mit einem deutlichen Sieg, manchmal ging es auch eng zu. Wie am letzten Spieltag, beim Kieler 1:0 gegen den Siebten Hamburger SV. Auch im Derby in Immenbeck (2:1) setzten sich die „Holstein Women“ nur knapp durch.
Die Bilanz des TSV Havelse (13) liest sich nicht deutlich schlechter als die des Tabellenführers (4-1-0). Der Vizemeister des Vorjahres musste lediglich beim 1:1 in Bergedorf Punkte abgeben und dürfte deshalb zu den härtesten Konkurrenten der Kielerinnen zählen.
Ähnlich verhält es sich bei Werder Bremen II (9). Nach drei Siegen zum Saisonstart schienen die Grün-Weißen sogar auf dem Weg an die Tabellenspitze. Doch dann folgte eine unerwartete 1:4-Niederlage in Immenbeck am vorletzten Spieltag. Da die Bremerinnen am vergangenen Wochenende aussetzen mussten (Heimspiel gegen Oldesloe), befinden sie sich mit einer Partie im Rückstand.
Mit acht Punkten aus fünf Spielen ist auch der SV Henstedt-Ulzburg (8) sehr ordentlich in die Saison gestartet. Eine Niederlage kassierte der Tabellenvierte nur beim 1:3 beim SV Ahlerstedt/Ottendorf (2-2-1). So kann es also weitergehen für den Aufsteiger.
Ausgeglichen gestaltet sich die Bilanz des SV Ahlerstedt/Ottendorf (6). Der Achte des Vorjahres hat bislang erst vier Partien ausgetragen, sein „Spiel“ gegen Oldesloe also bereits hinter sich. Der SV Ahlerstedt/Ottendorf ist zudem das am höchsten platzierte Team mit einem Duell gegen Holstein Kiel. Es ging beim 2:4 ebenso verloren wie die Partie beim Zweiten in Havelse (1:2).
Der ESV Fortuna Celle (6) dürfte ebenfalls gut leben können mit seiner Ausbeute. Schließlich ist auch der Tabellensechste neu in der Liga. Der Aufsteiger verlor zwar drei Partien, konnte die Spiele gegen Immenbeck (2:1) und in Bergedorf (3:1) allerdings siegreich gestalten.
Ein Spiel im Rückstand ist auch der Hamburger SV (4). So gesehen ist trotz der mäßigen Bilanz (1-1-2) noch alles drin für den Siebten. Zumal die Hamburgerinnen bislang erst ein Heimspiel ausgetragen haben (1:2 gegen Havelse) und bereits in Kiel antreten mussten (0:1).
Der TSV Eintracht Immenbeck (4) scheint derzeit noch auf der Suche nach Konstanz. Der Trend spricht allerdings klar für das Team aus Buxtehude. Denn am vorletzten Spieltag glückte beim 4:1-Heimsieg über Werder II der erste Sieg, und am vergangenen Spieltag blieb die Eintracht beim 2:2 gegen Bergedorf immerhin ungeschlagen. Der Tabellenachte holte seine vier Punkte also aus den beiden letzten Spielen und ist dabei, den Auftakt mit drei Niederlagen in Folge vergessen zu machen.
Auch die TSG Burg Gretesch (3) und der FC Bergedorf 85 (3) haben bislang gepunktet. Allerdings auch unterschiedliche Art und Weise. Denn während Burg Gretesch seine Zähler dem 3:1-Sieg über Wüsting-Altmoorhausen verdankt, trennte sich Bergedorf in drei seiner fünf Partien mit einem Remis. Darunter immerhin in 1:1 gegen den TSV Havelse und ein 2:2 in Henstedt-Ulzburg.
Noch ohne Zähler sind dagegen die SF Wüsting-Altmoorhausen, Vorletzter angesichts des bereits als Absteiger feststehenden FFC Oldesloe. In Bremen (1:6) und Henstedt-Ulzburg (0:6) kassierten die Sportfreunde zudem deutliche Niederlage. Sie deuteten in den Partien gegen den HSV (1:3) und in Burg Gretesch (1:3) aber auch schon an, dass sie die Rolle als Punktelieferant nicht annehmen werden.
(Text: Stefan Freye)