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Regionalliga Nord der Frauen 2014/2015: Der TSV Limmer hat noch viel vor

Neu und erfolgreich in der Regionalliga

(Foto: hansepixx.de)

Sie ist die Überraschung in der Frauen-Regionalliga Nord: Mit 29 Punkten aus 13 Partien belegt die Mannschaft des TSV Limmer derzeit den dritten Tabellenplatz. Der Aufsteiger folgt also direkt hinter dem Spitzenduo aus Bergedorf und Henstedt-Ulzburg. Das wirft Fragen auf, die Trainer Daniel Kühne uns natürlich sehr gerne beantwortete:

Ihre Mannschaft hat sich stetig an die Tabellenspitze gearbeitet und ist nun mit einem 2:1 in Ahlerstedt/Ottendorf in die zweite Saisonhälfte gestartet. Wie konnte sich ein Aufsteiger so positiv entwickeln?

Ich denke, diese Entwicklung ist im Wesentlichen auf drei Säulen gebaut. Zunächst haben wir gemeinsam im Training sehr stark auf eine gleichmäßige Weiterentwicklung im taktisch-technischen als auch im physischen Bereich Wert gelegt, was sich von Spieltag zu Spieltag in der immer stärker werdenden taktischen Disziplin bemerkbar gemacht hat. Zweitens ist die Mannschaft mit einem unglaublichen Willen und einer Überzeugung ausgestattet, jedes Spiel gewinnen zu wollen. Nur so kannst du als Aufsteiger in dieser Liga bestehen. Schließlich zeigt sich auch auf dem Spielfeld, dass wir inzwischen eine verschworene Gemeinschaft sind, in der jede Spielerin wichtig ist und andersherum die Spielerinnen dem Trainerteam vertrauen.

Wie würden Sie die Stärken Ihres Teams beschreiben?

Die Stärke unserer Teams ist, dass wir relativ wenige Schwächen haben. Ein bloßer Blick auf die Tabelle verrät, dass wir sowohl in der Offensive als auch in der Defensive die drittstärkste Mannschaft dieser Regionalliga sind. Alle verteidigen und alle greifen an, und zwar in jedem Spiel mit einer Intensität, als ginge es um die Deutsche Meisterschaft, so einfach ist es erklärt. In dieser Saison haben wir uns zudem stark in der Variabilität im Offensivspiel verbessert, was es uns ermöglicht, unsere individuellen Stärken noch gezielter einzusetzen. Diese Stärken werde ich an dieser Stelle jedoch nicht verraten.

Gibt es auch noch etwas zu verbessern?

Es gibt immer etwas zu verbessern, erst recht bei einer Mannschaft, die im Schnitt gerade mal 22 Jahre alt ist. Die jüngeren Spieler müssen noch sehr viel lernen, vor allem im Bereich Cleverness und Aggressivität in der Zweikampfführung, die älteren Spieler, die ja gerade mal ca. 26 Jahre alt sind, müssen noch ein wenig in die Rolle des Führungsspielers hineinwachsen. Insgesamt muss ich jedoch die gesamte Mannschaft in die Pflicht nehmen, dass wir uns in der Chancenverwertung steigern müssen. Würden wir auch nur ansatzweise die Hälfte aller hundertprozentigen Chancen verwerten, würden wir sehr wahrscheinlich auf Platz 1 dieser Liga stehen.

Wie beurteilen Sie die Situation an der Spitze?

Es hat sich jetzt eine Dreiergruppe an der Spitze herauskristallisiert, das stimmt. Zunächst mal muss man jedoch das Kräfteverhältnis klarstellen: Henstedt-Ulzburg und Bergedorf sind hervorragende Mannschaften, die auch vor Saisonbeginn als absolute Aufstiegskandidaten gehandelt wurden, und das auch völlig zu recht. Die strukturellen Möglichkeiten im Verein, die auch in der Regionalligaerfahrung begründet sind, und daraus resultierend auch die Ambitionen, sind natürlich ganz andere, als es bei uns der Fall ist. Es ist nicht so, dass wir dieses Saisonzwischenergebnis erwartet haben, von daher gibt es eigentlich nichts anderes dazu zu sagen als: Wahnsinn, dass wir es geschafft haben, überhaupt diesem Spitzentrio anzugehören!

Welche Ziele verfolgen Sie mit Ihrem Team, kurzfristig und langfristig?

Sehr kurzfristig wollen wir immer jedes Spiel gewinnen. Eher kurzfristig steht für uns die Veredelung einer sensationellen Saison im Vordergrund. Die Pflicht mit dem Klassenerhalt ist lange geschafft. Jetzt folgt die Kür, die wir sehr genießen werden. Wir sind jetzt eine Mannschaft, die keinerlei Ergebnisdruck hat, aber dennoch unwahrscheinlich Lust und Willen hat, jedes Spiel zu gewinnen. Ich denke, dass diese Konstellation nicht gut für unsere Gegner ist, gerade für diejenigen, die eben diesen Ergebnisdruck haben. Langfristig sollte es immer das Ziel sein, Nachwuchs in guter Zusammenarbeit mit unserer zweiten Mannschaft, die ebenfalls eine famose Saison mit Aufstiegsambitionen in der Bezirksliga spielt, zu integrieren. Ich denke, so kann man sich langfristig in dieser Liga etablieren.

 

(Interview: Stefan Freye)

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