Der 28. Spieltag der Regionalliga Nord beendete gleich zwei eindrucksvolle Serien. Denn sowohl der Spitzenreiter Holstein Kiel als auch der Tabellendritte TSV Havelse mussten nach Wochen ohne Misserfolg mal wieder eine Niederlage hinnehmen. Der TSV Havelse kann allerdings bereits in dieser Woche die nächste Serie starten. Das Spitzenspiel der Niedersachsen beim Tabellenfünften Werder Bremen II ist nur eines von einem halben Dutzend Nachholspielen am kommenden Mittwoch.
FC St. Pauli – FC Oberneuland 0:0
Das vierte Spiel ohne Niederlage (bei stattlichen zehn Punkten) sorgte für gute Stimmung bei den Bremern. „Ich bin zufrieden mit dieser Leistung“, meinte Trainer Kadir Pakkan. Er hatte allerdings auch ein Chancenplus auf Seiten seiner Mannschaft ausgemacht und trauerte den vergebenen Möglichkeiten nach: „Berücksichtigt man, dass wir zwei, drei Tore machen mussten, ist dieses Unentschieden eine gefühlte Niederlage.“
BV Cloppenburg – Hannover 96 II 1:1 (0:0)
Ohne Trainer Valerien Ismael, der zur Aufnahmeprüfung zum Fußballlehrer-Lehrgang in Hennef weilte, kam 96 erneut nicht über ein Remis hinaus. Drei Tage nach dem 1:1 bei Werder II brachte Willi Evseev (70.) die Gäste zwar mit 1:0 in Führung (70.), doch nahezu postwendend gelang Tim Wernke (72.) der Ausgleich für den BVC. Eine fast gelungene Revanche für das Hinspiel. Das hatte Cloppenburg noch mit 2:5 verloren.
VfL Wolfsburg II – Holstein Kiel 2:1 (0:0)
Nach 16 Spielen ohne Niederlage gab es erstmals keine Punkte für den souveränen Spitzenreiter. Dabei besaß Holstein durchaus seine Chancen. Der Gast verpasste in einer überlegenen geführten ersten Halbzeit jedoch die Führung, als Casper Johansen mit einem Foulelfmeter an VfL-Torhüter Patrick Drewes scheiterte (40.). Nach der Pause kam der VfL besser ins Spiel und setzte immer wieder entscheidenden Akzente. Danko Boskovic (53.) und Ferhat Yazgan mit einem allerdings umstrittenen Foulelfmeter (63.) besorgten die 2:0-Führung. Der Anschluss durch Joker Christopher Kramer (90.) kam zu spät, um die Partie zu wenden. „Wir haben heute über 90 Minuten taktisch, kämpferisch und läuferisch eine hervorragende Mannschaftsleistung gezeigt. Vom Angriff über das Mittelfeld bis hin zur Abwehr haben alle sehr gut mitgearbeitet“, lobte VfL-Coach Lorenz-Günther Köstner den Auftritt seiner Mannschaft. Der Gegner aus Kiel sei „vielleicht von unserer taktischen Leistung überrascht“ worden und der Sieg am Ende verdient. Sein Kollege Thorsten Gutzeit: „Wir wollten hier etwas mitnehmen, daher sind Ergebnis und Spielverlauf sehr ärgerlich. Nur am verschossenen Elfmeter lag es aber nicht. Nach dem 0:1 gab es drei, vier Situationen, in denen wir zu weit aufgerückt sind. Nach dieser zweiten Halbzeit darf man sich über die Niederlage nicht beschweren.“
VfR Neumünster – TSV Havelse 2:1 (0:1)
Sieben Spiele in Folge hatte der TSV gewonnen – dann kam der VfR Neumünster. Allerdings sah es lange nach dem achten Erfolg in Serie aus. Bereits in Anfangsphase hatte Havelses Torjäger Marc Vucinovic seine Mannschaft in Führung gebracht (18.), und die Gegentreffer fielen spät. Erst in der Schlussphase drehten der eingewechselte Marinko Ruzic (78.) und Christian Rave (85.) die Partie. Sie verhalfen ihrer Mannschaft damit zum Sprung auf den siebten Tabellenplatz, während Havelse den zweiten Rang an die Reserve von Hannover 96 abtreten musste.
VfB Oldenburg – ETSV Weiche Flensburg 0:0
Das zweite torlose Unentschieden des Spieltags half dem Gast mehr als seinem Gegner. Der VfB wartet nun nämlich seit vier Spielen auf einen Dreier und fiel auf 13. Platz der Tabelle zurück. Die Flensburger belegen nach dem zweiten 0:0 in Folge den neunten Rang und befinden sich weiterhin auf dem angestrebten Kurs in Richtung Klassenerhalt.
SV Wilhelmshaven - Victoria Hamburg 3:0 (1:0)
Der Gastgeber landete einen ungefährdeten Sieg. Ein Doppelpack von Winterzugang Wojciech Pollok (11./57.) sowie Max Kremer per Foulelfmeter (73.) entschieden das Duell zugunsten des SVW. Während Wilhelmshaven damit den dritten Sieg im vierten Spiel des Jahres landete (10 Punkte), wartet die Victoria nun seit 237 Minuten auf einen Torerfolg. Die sechste Auswärtsniederlage in Folge verbesserte die Situation des 16. der Regionalliga natürlich nicht.
BSV Schwarz-Weiß Rehden – Hamburger SV II 4:1 (2:0)
Das Stadion in Rehden entwickeln sich immer mehr zu einer Festung. Nachdem Stefan Heyken (21.), Danny Arend (32.) für eine beruhigende Führung des Gastgebers gesorgt hatten, traf HSV- Profi Jeffrey Bruma zunächst zum 1:2 ins Gehäuse des BSV (74.) und ließ dem Treffer von Paul Konsenkow zum 1:3 (78.) dann ein Eigentor folgen (80.). Wenig später vergab Alexander Neumann einen höheren Erfolg, als er mit einem Foulelfmeter an Hamburgs Torhüter Tino Dehmelt scheiterte (85.). Für die Hamburger wird die Lage nun immer prekärer: Der HSV droht angesichts von sechs Punkten Rückstand auf die Nichtabstiegszone den Anschluss zu verlieren. „Wir sind enttäuscht, dass wir verloren haben, müssen aber weiter nach vorne schauen", sagt Trainer Rodolfo Cardoso. Vor dem Heimspiel gegen Weiche Flensburg am Mittwoch ist seine Mannschaft nun allerdings gehörig unter Druck geraten. "Das wird eine eminent wichtige Partie, die wir natürlich gewinnen wollen", so Cardoso.
(Text: Stefan Freye (sfy))