Das war ja mal ein straffes Pfingstprogramm. Mit insgesamt neun Partien setzte die Regionalliga Nord den Spielbetrieb in den vergangenen Tagen fort. Dabei fiel die Entscheidung im Titelkampf zugunsten von Holstein Kiel, das Havelse mit 2:1 im Spitzenspiel bezwang. Die Abstiegsfrage ist dagegen noch nicht abschließend geklärt.
SV Meppen – BV Cloppenburg 3:0 (2:0)
Der SV Meppen hat durch einen 3:0 (2:0)-Heimsieg gegen den BV Cloppenburg einen Befreiungsschlag im Rennen um den Klassenerhalt der Regionalliga Nord gelandet. In einer Nachholpartie vom 23. Spieltag sorgten Timo Scherping (39.) und Michael Holt (44.) vor 1871 Zuschauern für die Pausenführung der Gastgeber, Andreas Gerdes-Wurpts (81.) machte in der Schlussphase den Dreier perfekt. Dagegen blieb Cloppenburg zum zweiten Mal in Folge ohne Punkt- und Torerfolg.
Holstein Kiel – TSV Havelse 2:1 (2:1)
Jubel in Kiel. Die Störche stehen einen Spieltag vor dem Saisonende als Meister fest. Nachdem sie am Freitag wegen des eröffneten Insolvenzverfahrens beim FC Oberneuland sechs Punkte verloren und sie dadurch auch die Tabellenführung verloren hatten, entschieden sie nur einen Tag später das „Gipfeltreffen“. In der Aufstiegsrelegation zur 3. Liga am 29. Mai und 2. Juni wird die Mannschaft von Holstein-Trainer Thorsten Gutzeit gegen den Erstplatzierten aus der Regionalliga Südwest (Hessen Kassel oder SV 07 Elversberg) antreten. Mit seinen Saisontoren 17 und 18 avancierte Kiels Ex-Profi Marcel Schied (9./42.) vor 6376 Zuschauern zum Mann des Tages. Im letzten echten Punktspiel unter der Regie von Trainer André Breitenreiter, der zur neuen Saison zum Zweitligisten SC Paderborn 07 wechseln wird, kam Havelse zwar durch Saliou Sané (10.) zum zwischenzeitlichen Ausgleich, schrammte am Ende aber am größten Erfolg der Vereinsgeschichte vorbei. Weil der TSV (63 Punkte) am letzten Spieltag gegen den VfB Lübeck spielt, der sich ebenfalls im Insolvenzverfahren befindet und dessen Partien nicht gewertet werden, können die Garbsener die Kieler (64 Zähler) nicht mehr vom ersten Tabellenplatz verdrängen.
VfL Wolfsburg II – Hannover 96 III 1:0 (0:0)
In einer vorgezogenen Begegnung vom 34. und letzten Spieltag sicherte sich der VfL Wolfsburg II mit dem 1:0 (0:0) gegen die U 23 von Hannover 96 den dritten Tabellenplatz. Damit schloss Lorenz-Günther Köstner auch seine fünfte und letzte Saison als VfL-Trainer mit den „Wölfen“ als beste U 23-Mannschaft ab. Nach torloser erster Halbzeit reichte den Wolfsburgern ein Treffer von Petrus Amin (54.) zum zwölften Heimsieg. Die 96-Reserve verpasste den dritten Sieg in Serie und beendet die Saison auf Rang vier.
FC St. Pauli II – BSV Schwarz-Weiß Rehden 3:5 (0:1)
Im unteren Tabellendrittel beseitigte der BSV Schwarz-Weiß Rehden durch ein turbulentes 5:3 (1:0) beim direkten Konkurrenten FC St. Pauli II die letzten Zweifel am Klassenverbleib. Alexander Neumann (53./79.), Marcus Storey (57.), Paul Kosenkow (59.) und Stefan Heyken (76.) sicherten dem Aufsteiger in dem Nachholspiel der 21. Runde den ersten Dreier nach zuvor drei Niederlagen in Serie. Die von Jörn Großkopf trainierte St. Pauli-Reserve, für die Erdogan Pini (4.), Rehdens Heyken (64., Eigentor) und Robert Subasić (82.) trafen, ist bei vier Punkten Vorsprung auf die Abstiegszone ebenfalls gerettet. Bei den Hamburgern scheiterte Marc-Kemo Kranich (71.) mit einem Foulelfmeter an BSV-Torhüter Celio Rocha, zudem sah Paulis William Wachowski wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte (84.).
ETSV Weiche Flensburg - SC Victoria Hamburg 1:2 (1:0)
Der SC Victoria Hamburg, der durch den Fall Oberneuland plötzlich auf einen Nichtabstiegsplatz geklettert war, machte mit dem 2:1 (0:1) beim ETSV Weiche Flensburg in einer Nachholpartie vom 22. Spieltag einen großen Schritt in Richtung Klassenverbleib und hat jetzt drei Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. Ein Eigentor von Hendrik Ostermann (73.) und ein Treffer von Conrad Azong (81.) ließen die Mannschaft von Victoria-Trainer Lutz Göttling nach einem Halbzeitrückstand durch Marcello Meyer (8.) noch jubeln. Flensburg bleibt trotz der zweiten Niederlage hintereinander auf dem siebten Platz.
VfB Oldenburg – Goslarer SC 4:1 (3:0)
Nach dem Matchwinner musste man nicht lange suchen: Torjäger und Kapitän Julian Lüttmann ersparte dem VfB Oldenburg ein „Abstiegsendspiel“ beim SV Wilhelmshaven am letzten Spieltag im Alleingang. Mit gleich vier Treffern (13./16./42./47., Foulelfmeter) führte der 31-Jährige die Mannschaft von VfB-Trainer Alexander Nouri in einer weiteren Nachholbegegnung vom 22. Spieltag gegen den direkten Abstiegskonkurrenten Goslarer SC zu einem 4:1 (3:0)-Heimsieg. Der zum zweiten Mal vom spielenden Interimstrainer Slavomir Lukac betreute GSC konnte durch Kai-Fabian Schulz (51.) nur noch verkürzen.
Hamburger SV II – SV Wilhelmshaven 2:2 (1:0)
Seine Minimalchance auf den Klassenverbleib in der Regionalliga Nord wahrte der SV Wilhelmshaven durch ein 2:2 (0:1) bei der U 23 des Hamburger SV. George Kelbel (11.) und Fabian Graudenz (70.) brachten die Hamburger Reserve zweimal in Führung, David Jahdadic (58.) und Mouhaman Alassani (73.) glichen jeweils aus und sorgten dafür, dass der SVW nun am letzten Spieltag ein „Endspiel“ beim SV Meppen hat. Mit drei Zählern Rückstand zum „rettenden Ufer“ benötigen die Jadestädter am letzten Spieltag jedoch einen Sieg und Schützenhilfe. Der HSV baute seine Erfolgsserie aus, blieb zum siebten Mal in Folge ungeschlagen.
Goslarer SC – BV Cloppenburg 4:2 (1:2)
Der Goslarer SC hat den Erhalt der Regionalliga Nord perfekt gemacht. Mit einem turbulenten 4:2 (1:2) im Heimspiel gegen den BV Cloppenburg fuhr der GSC die nötigen Punkte ein, um auch rechnerisch nicht mehr auf einen Abstiegsplatz abrutschen zu können. Zweimal Corvin Behrens (27./85.), Justin Eilers (49.) und Karsten Fischer (67., FE) trafen für den GSC und sorgten für den zweiten Heimsieg in Folge. BVC-Torjäger Rogier Krohne (38./40.) hatte den BVC mit einem Doppelpack zwischenzeitlich mit 2:1 in Führung geschossen. Der 24. Saisontreffer blieb dem Führenden in der Torschützenliste allerdings verwehrt, weil er mit einem Handelfmeter an Goslars Torhüter Nico Lauenstein scheiterte (82.). Beim GSC verschoss Justin Eilers (67.) ebenfalls einen Strafstoß: Seinen Foulelfmeter wehrte Gäste-Schlussmann Siegfried John ab.
(Text: Stefan Freye (sfy))