Nach dem 3. Spieltag der Regionalliga Nord gibt es erwartungsgemäß nur noch eine Mannschaft mit einer reinen Weste: Beim 3:1 gegen den VfB Oldenburg sicherte sich Weiche Flensburg den dritten Erfolg im dritten Spiel, der prompt mit der Tabellenführung belohnt wurde.
Victoria Hamburg – Eintracht Braunschweig 1:0 (0:0)
Spieler des allenfalls durchschnittlichen Spiels war zweifellos Victorias Benjamin Bambur. Zunächst hatte er seine Mannschaft mit 1:0 in Führung geschossen (58.), dann musste er den Platz nach einer Unsportlichkeit mit einer Roten Karte verlassen (76.). Während die Hamburger anschließend den ersten Saisonerfolg feierten, wartet ihr Gegner auch nach dem 3. Spieltag noch auf einen Punktgewinn. Die Eintracht II belegt folgerichtig den letzten Tabellenplatz.
ETSV Weiche Flensburg – VfB Oldenburg 3:1 (2:0)
Und der neue Spitzenreiter heißt: Weiche Flensburg. Dank eines 3:1-Erfolgs im Spitzenspiel gegen den VfB Oldenburg sicherte sich der Gastgeber vorerst den Platz an der Sonne. Der Treffer von Micha Dehner hatte Weiche früh in Führung gebracht (8.), danach legten Marcello Meyer (13.) und der eingewechselte Jannik Ostermann (88.) nach. Das sechste Saisontor von VfB-Torjäger Addy-Waku Menga zum zwischenzeitlichen 1:2 (57.) brachte nichts ein. Die Flensburger sicherten sich also die optimale Ausbeute von neun Punkten aus drei Spielen, während der VfB beim dritten Auftritt die erste Niederlage kassierte. Sein Trainer nahm es gelassen: „Ich mache den Jungs keinen Vorwurf. Wir sind nicht ins Spiel gekommen, haben die Tore dann aufgelegt und so eine gute Mannschaft nutzt das eben aus“, meinte Alex Nouri.
Werder Bremen II – SV Eichede 3:2 (2:2)
Den ersten Saisonsieg der Grün-Weißen sicherten Florian Bruns (5.), Melvyn Lorenzen (25.), und Davie Selke (83.), während Benedikt Kummerfeldt (26.) und Haris Huseni (42.) für den Gast einnetzten. Obwohl nach der Roten Karte für Torhüter Kevin Otremba in Unterzahl (39.), bestimmte der Gastgeber die Partie über weite Strecken. „Das war ein schönes Ende für uns, denn wir wollten heute unbedingt gewinnen. Trotz Unterzahl haben wir weiter mutig nach vorne gespielt. Dafür ein Kompliment an die Mannschaft“, fasste Werder-Coach Viktor Skripnik seine Eindrücke zusammen.
TSV Havelse – SV Meppen 4:1 (1:1)
Den zweiten Heimsieg im zweiten Spiel auf eigenem Platz sicherte sich der TSV Havelse. Beim 4:1 (1:1) über den SV Meppen legten die Treffer von Christoph Beismann (14., FE/76.), Patrick Posipal (56.) und des eingewechselte Petrus Amin (89.) den Grundstein zum Erfolg. Für die Meppener hatte Johan Wigger lediglich zum zwischenzeitlichen 1:1 ausgeglichen (25.). Sein Mannschaftskollege Jan-Christian Meier kassierte kurz nach der Pause wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte (52.). An diese dachte SVM-Coach Christian Neidhardt bei der Aufarbeitung der Partie: "Wir haben in der Halbzeit gesagt, dass die Mannschaft, die den ersten Fehler macht, das Spiel verlieren wird - und dann waren wir diejenigen, die den Fehler gemacht haben. Havelse hat es letztlich clever ausgespielt und hätte auch das eine oder andere Tor mehr erzielen können." Sein Havelser Kollege Christian Benbennek freute sich vor allem über die Reaktion auf die 0:2-Niederlage in Rehden am vergangenen Spieltag: "Für uns zählt, dass wir nach dem Rehden-Spiel zurückgekommen sind und ein richtig gutes Heimspiel gezeigt haben."
VfL Wolfsburg II – Eintracht Norderstedt 2:0 (0:0)
Eine starke Phase gleich nach dem Wechsel reichte dem Gastgeber zum Erfolg. Innerhalb kurzer Zeit besorgten die Treffer von Willi Evseev (50.) und Justin Eilers (52.) einen 2:0-Vorsprung, der auch am Ende der Partie Bestand hatte, da VfL-Mittelfeldspieler Ferhat Yazgan mit einem Foulelfmeter an Norderstedts Schlussmann Johannes Höcker scheiterte (82.). Rundum zufrieden war Wolfsburgs Trainer Valérien Ismaël nicht. Im Gegenteil: „Insgesamt war das heute von unserer Seite viel zu wenig. Wir hatten viele Ballverluste und spielten keine klaren Bälle. In der Pause bin ich deutlich geworden, nach dem Wiederanpfiff haben wir dann gleich Druck gemacht und binnen kürzester Zeit zwei Treffer markiert. Allerdings sind wir dann wieder in das alte Muster zurückgefallen. Zufrieden bin ich mit den drei Punkten, mit der Leistung nicht. Einige meiner Spieler sind sich vielleicht zu sicher. Ich will auf dem Platz Leidenschaft sehen. Das habe ich heute vermisst.“
Hannover 96 II – FC St. Pauli II 3:4 (1:1)
Man hatte nach den hohen Siegen der Niedersachsen in der vergangenen Saison (7:0, 6:4) einige Tore erwartet, und die Teams enttäuschten nicht. Diesmal hatte allerdings St. Pauli das bessere Ende auf seiner Seite. Für die Hamburger Reserve trafen Fabian Graudenz (30.), Laurynas Kulikas (52./69.) sowie Philipp Ziereis (68.), während 96 durch Deniz Kadah (34./50.) und Almir Kasumovic (89.) erfolgreich war.
VfR Neumünster – Hamburger SV II 1:3 (1:1)
Beim Debüt von Zugang Fabio Morena (St. Pauli) kam der HSV gleich zum ersten Saisonerfolg. Dank der Treffer von Kerem Demirbay (10.), Manuel Farrona-Pulido (55.) und Robert Tesche (88.) erzielten die Hamburger drei Treffer, und das reichte angesichts des einen Tores von Neumünsters Michel Harrer (18.) zum Sieg. „Für freuen uns über den ersten Saisonsieg. Wir haben verdient gewonnen und vor dem Derby gegen den FC St. Pauli Selbstvertrauen getankt“, sagte HSV-Coach Rodolfo Cardoso. Seine Mannschaft tritt am Mittwoch nächster Woche zum Duell mit dem Nachbarn an.
BV Cloppenburg – BSV Rehden 1:1 (0:1)
Im Derby gab es keinen Sieger: Kifuta Makangu (33.) brachte die Gäste zwar in Führung, Moritz
Steidten (61.) aber erzielte den Ausgleich für den BVC. Während der Gastgeber nun weiter auf den ersten dreifachen Punktgewinn warten muss (0-2-1), bleibt der BSV Rehden immerhin ungeschlagen (1-1-0).
SV Wilhelmshaven – Goslarer SC 2:3 (1:1)
Beim 2:3 (1:1) gegen den Goslarer SC kassierte der SVW die zweite Niederlage im zweiten Meisterschaftsspiel. Die Führung des GSC durch Garrit Golombek (32.) glich Gazi Siala (33.) postwendend aus. Auf den Doppelpack von Nils Pichinot (63./70.) antworteten die Jadestädter
noch mit dem Anschlusstreffer durch Kapitän Matthias Tietz (86., FE). Doch zu mehr reichte es trotz eines ausgeglichenen Spiels nicht. Der Goslarer SC hat nun sieben Punkte auf dem Konto und ist damit noch ungeschlagen. In Wilhelmshaven ist nun Warten auf die ersten Punkte der Saison angesagt.
(Text: Stefan Freye (sfy))