Eichedes „Top-Joker“ Lechler kommt und trifft fast immer
Der Aufschwung der Oldenburger, die mit 36 Zählern schon jetzt ihre Gesamtpunktzahl aus der Vorsaison (35) übertroffen haben, ist eng mit dem Namen Addy-Waku Menga verbunden. Der aus Kinshasa (Kongo) stammende Ex-Profi führt mit 14 Treffern die Torschützenliste in der Regionalliga Nord an. Zusammen mit Nils Laabs, der es bis zur Winterpause immerhin auf sieben Tore brachte, bildet der Ex-Profi (zwölf Bundesliga-Einsätze für Hansa Rostock) auch das beste Sturmduo der Nord-Staffel.
Knapp hinter Menga liegen Max Kremer vom SV Meppen mit 13 Toren und Deniz Kadah aus dem Bundesligakader von Hannover 96 (zwölf). Pech für die 96-Reserve: Im Training der Profis zog sich der 27-Jährige kurz vor der Winterpause einen Mittelhandbruch zu. Verletzungsbedingt hatte Kadah bereits die Restrunde der vergangenen Saison verpasst und konnte trotz 18 Toren in 18 Hinrundenpartien nicht die „Torjägerkrone“ holen. Einen Torjäger von der Bank hat der SV Eichede in seinen Reihen. Bei acht Einwechslungen war Arnold Lechler gleich sechsmal für den Neuling erfolgreich.
Zwei Fischer unter den „Dauerbrennern“
Insgesamt zehn Spieler standen bis zur Winterpause ständig auf dem Platz und verdienten sich so den Titel „Dauerbrenner“. Torhüter Aaron Siegl und Abwehrspieler Aljoscha Hyde vom SV Wilhelmshaven, die Flensburger Verteidiger Marc Böhnke und Matthias Hummel sowie Johannes Höcker, Mike Eglseder (beide Norderstedt), Nico Fischer (Eichede), Karsten Fischer (Goslar), Sergej Schmik (Meppen) und der vor einigen Tagen mit einem Profivertrag ausgestattete Dan-Patrick Poggenborg (Wolfsburg) kamen auf die maximale Einsatzzeit von 1710 Minuten. Weil der BSV Rehden von einer Spielabsage betroffen war, kommt BSV-Abwehrspieler Michael Wessel bisher „nur“ auf 1620 Minuten.
Nicht unter die „Dauerbrenner“ schaffte es Jan-Ole Rienhoff (16 Einsätze), Kapitän und Abwehr-Chef in Eichede. Der 27-Jährige handelte sich als einziger Spieler zweimal eine Gelb-Rote Karte ein und verpasste wegen einer Gelbsperre noch eine weitere Partie. Mit insgesamt sieben Platzverweisen (viermal Gelb-Rot, dreimal Rot) führt der SVE diese unrühmliche Wertung an. Als einzige Mannschaft ohne Platzverweise kam dagegen die Mannschaft aus der nördlichsten Regionalliga-Stadt Deutschlands, der ETSV Weiche Flensburg, aus. Die wenigsten Verwarnungen (23) gab es für die Spieler des FC St. Pauli II. Platz eins in der „Fairplay-Tabelle“ geht aber an den VfB Oldenburg: 27 Gelbe Karten sowie einmal „Rot“ stehen in der Bilanz der VfB-Kicker.
Meppen als Zuschauerkrösus - 5115 Besucher gegen Oldenburg
Auch am Spiel mit den meisten Zuschauern war Oldenburg beteiligt. Zum Derby beim SV Meppen (2:2) kamen 5.115 Besucher und sorgten für eine Rekordkulisse. Die beiden Traditionsklubs waren bis zur Winterpause die „Zuschauermagneten“ der Nord-Staffel. Die Emsländer brachten es im Schnitt auf 2201, der VfB auf 1685 Besucher pro Heimspiel. Auf dem dritten Platz der Zuschauertabelle liegt - etwas überraschend - mit dem FC St. Pauli II (736) eine Reservemannschaft.
Die von Thomas Meggle trainierten Hamburger tragen ihre Begegnungen im großen Millerntor-Stadion oder dem Stadion „Hoheluft“ des Ligakonkurrenten SC Victoria aus, der selbst auf einen Schnitt von 301 Zuschauern kommt. Stadtnachbar Hamburger SV II (199) rangiert dagegen hinter Wolfsburgs U 23 (275) auf dem letzten Rang. Der Gesamtzuschauerschnitt der Liga ist von 859 auf 640 gesunken. Das liegt vor allem am Aufstieg von Holstein Kiel in der 3. Liga sowie dem Zwangsabstieg des VfB Lübeck in die Oberliga. Zur Winterpause der Saison 2012/2013 hatten die beiden Traditionsvereine aus Schleswig-Holstein noch einen Großteil der insgesamt 140.078 Zuschauer gestellt. Diesmal strömten im ersten Halbjahr lediglich 108.805 Fans in die Nord-Stadien.
Das Trainerkarussell drehte bis zur Winterpause nur wenige Runden. Während Rodolfo Cardoso vom Hamburger SV II zwischenzeitlich als Interimstrainer bei den Profis einsprang und zusammen mit Otto Addo (U 19-Trainer) die Bundesligamannschaft gegen Werder Bremen (0:2) sowie gegen die SpVgg Greuther Fürth (1:0) im DFB-Pokal betreute, gab es eine langfristige Veränderung nur beim BSV Schwarz-Weiß Rehden. Trainer Predrag Uzelac trat nach dem Pokal-Highlight gegen Triple-Sieger FC Bayern München (0:5 vor 16.600 Zuschauern in Osnabrück) und den ersten drei Begegnungen in der Liga von seinem Amt zurück. Der erst 29-jährige Björn Wnuck, zuvor für Rehdens U 23-Mannschaft zuständig, übernahm zunächst interimsweise. Nach einer zwischenzeitlichen Serie von zehn Partien in Folge ohne Niederlage bekam der frühere Angreifer Wnuck von der Vereinsführung das Vertrauen ausgesprochen und wird die Mannschaft aus dem Landkreis Diepholz auch in der Restrunde betreuen.
(Text: Stefan Freye und MSPW)