Am Freitag (19 Uhr) rollt endlich wieder der Ball in der Regionalliga Nord. Eröffnet wird die Spielzeit mit der Partie des BV Cloppenburg gegen den Goslarer SC. Aufgrund des DFB-Pokals werden an diesem Wochenende allerdings nur fünf Spiele ausgetragen. Das ein oder andere Team möchte jetzt erst einmal im Cup-Wettbewerb für Furore sorgen. Die vier Teilnehmer aus dem Bereich der Regionalliga bekommen es nämlich alle mit Bundesligisten zu tun: VfR Neumünster (Hertha BSC), Victoria Hamburg (Hannover 96), BSV Rehden (Bayern München) und der SV Wilhelmshaven (Borussia Dortmund).
BV Cloppenburg – Goslarer SC (Fr., 19 Uhr)
Die Gastgeber müssen einen herben Verlust kompensieren: Mit Rogier Krohne verlor der BVC den Torschützenkönig der vergangenen Spielzeit. Der Stürmer hatte 24 Treffer erzielt und schloss sich nun dem Drittligisten Preußen Münster an. Dafür lockte Cloppenburg einige bekannte Offensivkräfte an, etwa Paul Kosenkow (9 Treffer für Rehden) oder Andreas Gerdes Wurpst (11 Treffer für Meppen). Der Tabellenzwölfte des Vorjahres wird weiterhin von Jörg-Uwe Klütz trainiert. Beim Gegner des Eröffnungsspiels gab es dagegen einen Wechsel auf der Position des Übungsleiters. Für Frank Eulberg kam Mario Block vom Brandenburger SC. Der neue GSC-Coach nutzte ein Traininglager in Polen, um rund ein Dutzend neuer Spieler zu integrieren. Der Umbruch war nötig geworden, da ähnlich viele Spieler zu anderen Vereinen gewechselt waren. Mit Justin Eilers (Wolfsburg II), Steve Ridder (VFV Hildesheim), Peter Endres (Würzburger Kickers), Tim Rubing (KFC Uerdingen), Mazan Moslehe (Alemania Aachen), Nico Lauenstein (MTV Wolfenbüttel), Blerim Rrustemi (SSVg Velbert) und Corvin Behrens (Würzburger Kickers) zählten gleich acht Stammkräfte zu den Abgängen.
ETSV Weiche Flensburg – SV Eichede (Sa., 14 Uhr)
Der Aufsteiger des vergangenen Jahres trifft auf den aktuellen Neuling. Beim ETSV Weiche bliebt in der Sommerpause vieles beim Alten. Mit Masami Okada verließ lediglich ein Spieler des erweiterten Stamms den Verein, unter den Neuen befindet sich mit Nedim Hasanbegovic (VfB Lübeck) ein bekannter Name. Die Arbeit mit Trainer Daniel Jurgeleit wurde fortgesetzt. Gleiches gilt für den SV Eichede, wo Oliver Zapel seit dem Vorjahr auf der Bank sitzt. Der SVE-Trainer weiß offenbar, was auf seine Mannschaft zukommt. Er empfiehlt den Spielern, nicht „komplett demütig“ anzutreten. Ein guter Start würde schon mal helfen. Vielleicht kommt Eichede das Schleswig-Holstein-Derby also gerade recht. Mit Innenverteidiger Malik Issahaku (TuS Germania Schnelsen) wurde kürzlich noch ein weiterer Neuzugang verpflichtet.
TSV Havelse – Eintracht Norderstedt (So., 14 Uhr)
Der Gastgeber befindet sich im Umbruch: Trainer Andre Breitenreiter ging nach Paderborn und nahm die Stammkräfte Saliou Sané und Marc Vucinovic gleich mit. Da die beiden jedoch nicht die einzigen Abgänge von gewisser Bedeutung sind, steht Havelses neuer Trainer Christian Benbennek vor einem Neuanfang. Rund ein Dutzend Zugänge soll es nun richten. Etwa die Hälfte stammt aus der starken A-Jugend des TSV. Der Mannschaft könnte sicher helfen, dass ihr derzeit niemand die Wiederholung des Vorjahreserfolgs (Vizemeisterschaft) zutraut. Auch Eintracht Norderstedt haben die Experten nicht auf den Zettel, wenn es um eine Platzierung in der Spitzengruppe geht. Wie auch, die Hamburger Vorstädter sind ja gerade erst aufgestiegen. Anders als in Eichede wurde in Norderstedt allerdings kräftig durchgewechselt. Rund ein Dutzend ging, rund ein Dutzend kam. Vor allem beim FC St. Pauli II bediente sich die Eintracht dabei: Mit Marin Mandic, Steffen Heinemann und Jirdjanik Ghazaryan kamen gleich drei Spieler vom neuen Ligakonkurrenten. Vom Hamburger SV stammt dagegen die prominenteste Verstärkung: Der 23-jährige Tscheche Miroslav Stepanek erhielt einst sogar einen Profivertrag, bestritt allerdings kein Bundesligaspiel für den HSV. Seit September des vergangenen Jahres wird die Mannschaft von Thomas Seeliger trainiert.
VfL Wolfsburg II – FC St. Pauli II (So., 14 Uhr)
Mit den Wolfsburgern scheint der Topfavorit bereits gefunden. Die Niedersachsen verstärkten die Mannschaft nicht nur mit bekannten Spielern wie Justin Eilers (Goslarer SC) und Willi Evseev (Hannover 96 II). Sie holten mit Valerien Ismael von Hannover 96 II auch einen für seine Ambitionen bekannten neuen Trainer. Der Nachfolger von Urgestein Lorenz-Günther Köstner gab als Saisonziel denn auch nicht weniger als den Aufstieg in die 3. Liga aus. In Hamburg wartet man dagegen erst mal ab, wie sich das neue Team findet. Bei St. Pauli II weist die Bilanz der Zu- und Abgänge nämlich zweistellige Zahlen auf, und der Trainer ist auch neu: Auf Jörn Großkopf (Hessen Kassel) folgte Ex-Profi Thomas Meggle. Sollte sich der 13. des Vorjahres diesmal aus dem Abstiegskampf heraushalten, dürfte man bereits zufrieden sein beim Kiezklub.
VfB Oldenburg – Eintracht Braunschweig II (So., 15 Uhr)
Die Liste der Neuen des VfB ist lang und bunt: Addy-Waku Menga (Preußen Münster) und Maycoll-Canizales-Smith (SV Roßbach) sind bekannte Routiniers, Nils Laabs (FC Oberneuland) ein gestandener Regionalligakicker, und dann gibt es noch die vielen jungen Spieler, unter ihnen mit Lucas Höler (Blumenthaler SV) ein Toptorjäger der letztjährigen A-Juniorenregionalliga. Aber Alexander Nouri, erst seit dem Frühjahr im Traineramt, hat ja auch einiges zu kompensieren. Unter den elf Abgängen befinden sich mit Julian Lüttmann und Paul van Humbeeck zwei der gefährlichsten Angreifer der letzten Spielzeit. Mit Eintracht Braunschweig II tritt in Oldenburg schließlich auch der dritte Aufsteiger bereits an diesem Wochenende an. Die Reserve des Bundesligaaufsteigers lockte nun einige talentierte Kicker an, die in Braunschweig den nächsten Schritt in der Karriere machen möchten. Das muss kein Nachteil sein. Allein aufgrund der noch fehlenden Erfahrung wird sich der Meister der letztjährigen Oberliga Niedersachsen aber wohl erst mal in den unteren Regionen der Liga zurechtfinden müssen.
(Text: Stefan Freye (sfy))