Am 24. Spieltag der Regionalliga Nord geht es für einige Teams um mehr als drei Punkte. Manche wollen Wiedergutmachung betreiben, andere ihre Negativserie beenden und für Entlastung sorgen. Wohl nicht alle werden erfolgreich sein, aber das macht diese Spielklasse ja aus. Komplett ist der Spieltag allerdings erst in einigen Wochen, Mitte April (16.04.2014 – 18:15 Uhr).empfängt der VfB Oldenburg den BV Cloppenburg zum Derby.
FC St. Pauli II – Eintracht Norderstedt (Sa., 14 Uhr)
Die Hamburger zählen zu den stärksten Teams, die die Regionalliga in den vergangenen Wochen zu bieten hatte: Beim 1:0-Erfolg über den Goslarer SC beendete St. Pauli nicht nur eine sieben Spiele währende Erfolgsserie des Gegners, sondern landete zugleich den vierten Dreier aus den letzten fünf Partien. Das Erfolgsgeheimnis des Gastgebers liegt nach Ansicht von Trainer Thomas Meggle in einer deutlich verbesserten Defensive: „Wir haben lange daran gearbeitet, weniger Gegentore zu bekommen. Nach vorne haben wir einfach die Qualität, um in jedem Spiel Tore zu schießen. Entscheidend ist daher, dass wir im Moment weniger Tore kriegen.“ Mit Eintracht Norderstedt ist nun allerdings ein Gegner zu Gast, der ebenfalls erfolgreich aufgetreten ist. Beim 1:0-Sieg im Auswärtsspiel beim HSV II blieb der 13. bereits zum dritten Mal in Folge ohne Niederlage. Aber ob es auch im Derby am Sonntag zu einem Sieg reicht?
ETSV Weiche Flensburg – TSV Havelse (Sa., 14 Uhr)
Die Gäste reisen ohne eine Niederlage in 2014 nach Flensburg. In den vier Partien dieses Jahres gewann der TSV stolze zehn Punkte, zuletzt bezwang er auch den VfB Oldenburg (2:1). TSV-Coach Christian Benbennek: „Unsere gute Arbeit in der Winterpause zahlt sich jetzt aus. In der Mannschaft herrscht ein ganz neuer Geist. In Flensburg erwartet uns aber ein heißer Tanz.“ Das glatte 0:3 bei Werder Bremen II sollte nämlich nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich auch Weiche in guter Form befindet. Das letzte Heimspiel des Gastgebers endete mit einem 3:0-Sieg über Victoria Hamburg. Der als heimstark bekannte Tabellensechste dürfte also ebenfalls gelassen an die Aufgabe gehen.
Eintracht Braunschweig II – VfL Wolfsburg II (Sa., 14 Uhr)
In der Tabelle werden der VfL Wolfsburg (1.) und die Braunschweiger Eintracht (14.) durch diverse Plätze voneinander getrennt. Doch ganz so deutlich sollte sich das Leistungsvermögen dieser beiden Teams nicht unterscheiden. Zwar ist der Spitzenreiter aus Wolfsburg in diesem Jahr noch ungeschlagen (3-1-0), aber auch der Gastgeber legte zuletzt ein paar ordentliche Auftritte hin und holte immerhin fünf Punkte aus vier Partien. Auch VfL Coach Valérien Ismaël geht nicht von einem leichten Gang aus: „Wir haben sie natürlich beobachtet und wissen daher, dass die Eintracht-Reserve in der Lage ist, selbst zu agieren. Wir müssen geduldig und noch genauer in unseren Kombinationen agieren, um auch in Braunschweig erfolgreich zu sein.“ Damit seine Spieler dieses Vorhaben umsetzen können, empfiehlt der Trainer eine ähnliche Leistung wie beim 7:0-Heimsieg gegen Eichede in der Vorwoche. „Wir wollen wieder sehr konzentriert spielen und den nächsten Schritt vollziehen. Es geht darum, dass wir uns auf unser Spiel fokussieren und das abrufen, was wir diese Saison schon so oft gezeigt haben“, so Ismaël.
SV Meppen – Hannover 96 II (Sa., 18 Uhr)
Beide Teams landeten zuletzt ein Befreiungsschlag: Der SV Meppen gewann das Auswärtsspiel in Wilhelmshaven (2:1), nachdem er zuvor vier Spiele lang sieglos geblieben war, und Hannover 96 musste sogar sieben Partien warten, ehe er am vergangenen Spieltag ein 2:1-Heimerfolg gegen den BSV Rehden gelang. Nun können beide Mannschaften einen weiteren dreifachen Punktgewinn gebrauchen. Denn trotz des Verzichts auf eine Drittligalizenz würde sich der SV Meppen, aktueller Fünfter der Regionalliga Nord, gern noch ein paar Plätze verbessern. Dem Tabellenelften aus Hannover sitzt sogar die Abstiegszone im Nacken – gerade sechs Punkte hinter 96 beginnen die unbeliebten Plätze.
Goslarer SC – VfR Neumünster (So., 14 Uhr)
Mit einer ungewöhnlichen Maßnahme reagierte Goslars Trainer Mario Block auf das Ende der Siegesserie: Er gab seiner Mannschaft nach der 0:1 Niederlage gegen St. Pauli drei freie Tage. Sorgen um die Mentalität in seinem Kader muss er sich nämlich nicht machen. „Ich habe eine Mannschaft mit großem Charakter, die bis zum Saisonende auch ohne die Aussicht auf einen möglichen Aufstieg das Bestmögliche erreichen will“, so Block. Der GSC tritt gegen Neumünster ja auch mit der Empfehlung von 21 Punkten aus den letzten acht Spielen an. Ganz so erfolgreich lief es beim Gegner nicht. Der VfR ist zwar seit vier Partien ohne Niederlage, trennte sich zuletzt allerdings zweimal in Folge mit einem Remis (St. Pauli II, Victoria Hamburg). Nach wie vor zählt Neumünster allerdings zu den stärksten Auswärtsteams der Liga.
Hamburger SV II – BSV Schwarz-Weiß Rehden (So., 14 Uhr)
Dreimal trafen diese Mannschaften in der Regionalliga Nord aufeinander, und dreimal siegte der BSV. Auch die jüngste Bilanz in der Regionalliga Nord vorsieht den Hamburger SV nicht mit einer Favoritenrolle. Das Team von Rodolfo Cardoso wartet nun bereits seit sieben Partien auf einen Sieg und verlor zuletzt dreimal in Folge. Doch vielleicht hilft es dem Gastgeber, dass der Gegner derzeit auch noch nicht in der Form des Vorjahres zu sein scheint. Aus den vier Partien in 2014 holte der BSV Rehden lediglich beim 1:0 ein Erfolg über den SV Wilhelmshaven Punkte.
SC Victoria Hamburg – SV Werder Bremen II (So., 14 Uhr)
Im Herbst schien die Victoria bereits abgeschlagen, doch ein paar überraschende Punktgewinne zum Jahresende stellten den Anschluss für das Schlusslicht her. In den vier Partien dieses Jahres gelang den Hamburgern allerdings noch kein Sieg (0-2-2). An eine leichte Aufgabe vermag Werder-Coach Viktor Skripnik trotzdem nicht zu glauben: „Es ist egal, ob es am Wochenende gegen den Tabellenletzten geht. Die Ergebnisse an jedem Spieltag zeigen, dass in dieser Liga jede Mannschaft gefährlich sein kann. Gerade jetzt, wo es langsam dem Saisonende entgegen geht, werden die Mannschaften, die unten stehen, noch einmal alles versuchen.“ In den drei Partien dieses Jahres gewann seine Mannschaft sechs Punkte (2-1-0).
SV Eichede – SV Wilhelmshaven (So., 14 Uhr)
Ein Duell zweier zuletzt reichlich erfolgloser Mannschaften: Der Gastgeber wartet nach dem 0:7 in Wolfsburg seit zwölf Partien auf einen Sieg, sein Gegner immerhin seit sieben Spielen. Diese wenig erfreulichen Bilanzen hatten natürlich auch in der Tabelle Konsequenzen. Der SV Eichede belegt den 17. Rang, während Wilhelmshaven als 16. anreist. In einer engen Liga bietet aber selbst ein Kellerduell eine gute Chance: Wer gewinnt, könnte die Abstiegszone sogar verlassen.
(Text: Stefan Freye)