Ein echtes Spitzenspiel hat die Regionalliga Nord am 29. Spieltag zwar nicht zu bieten, dafür aber jede Menge interessante Paarungen. Zudem geht das Duell zwischen Wolfsburg und Werder ja weiter, einen Ausrutscher sollten sich beide Topteams nicht erlauben. Auch im Tabellenkeller bleibt es spannend, da die ersten Entscheidungen nun immer näher rücken.
Goslarer SC 08 - Eintracht Braunschweig II (Fr., 18 Uhr)
Es dürfte das Spiel zweier selbstbewusster Teams werden: Der Gast ist seit vier Spielen ungeschlagen (2-2-0), der Gastgeber sogar seit fünf (2-3-0). Das ist angesichts des Goslarer SC keine Überraschung, er tritt schließlich als Tabellendritter gegen Braunschweig an. Die Eintracht hatte dagegen zuletzt einige unerwartet gute Ergebnisse zu bieten, so auch beim 2:2 gegen St. Pauli mit dem Ausgleich in der Nachspielzeit. Der GSC kam beim 5:4 in Eichede, nach 3:4-Rückstand, noch mal mit einem blauen Auge davon.
VfL Wolfsburg II – TSV Havelse (Sa., 13 Uhr)
In Bremen hoffen sie auf einen Ausrutscher des Spitzenreiters, und dieses Duell scheint tatsächlich relativ gut geeignet. Der Gegner zählt derzeit jedenfalls zu den stärksten Teams der Liga, siegte zuletzt trotz 80-Minütiger Unterzahl gegen Cloppenburg (2:0). Die Bilanz des TSV (7-2-1) kann sich also sehen lassen. „Jetzt ist es wichtig, die verbleibenden sechs Partien mit der gleichen Konzentration anzugehen“, hatte VfL-Trainer Valérien Ismaël gleich nach dem 1:1 in Bremen am vergangenen Spieltag gefordert – das gilt wohl besonders im Heimspiel gegen Havelse.
FC St. Pauli II – VfB Oldenburg (Sa., 14 Uhr)
Die Hamburger trauern noch immer den verlorenen Punkten vom späten 2:2 in Braunschweig nach und wollen gegen Oldenburg wieder souveräner auftreten. Schließlich zeigte sich St. Pauli in den vergangenen Wochen durchaus stabil (5-1-1). Der Gegner ist derzeit eine Wundertüte mit einer durchwachsenen Bilanz (3-4-4). Bei der Heimniederlage gegen den HSV II (0:1) lief es für den VfB zuletzt sogar noch etwas schlechter als für St. Pauli.
Hamburger SV II – ETSV Weiche Flensburg (Sa., 14 Uhr)
Der unerwartete Erfolg in Oldenburg hat dem HSV Luft verschafft, der 13. liegt nun fünf Zähler vor einem Abstiegsplatz. Sein Gegner landete beim 3:1 gegen Hannover mal wieder einen dreifachen Punktgewinn – als Siebter muss sich Weiche ohnehin keine Gedanken über den Klassenerhalt machen. Vielmehr werden die Flensburger die letzten Saisonspiele nutzen wollen, um sich in aller Ruhe einen „schönen“ Abschlussrang zu sichern. Bis Rang vier dürfte noch alles drin sein.
Hannover 96 II – Victoria Hamburg (So., 14 Uhr)
Das 1:1 gegen Wilhelmshaven fiel in letzter Minute, und es sorgte für Hoffnung bei der Victoria. Immerhin gestaltete der Vorletzte die vergangenen drei Partien ausgeglichen (1-1-1), kassierte seine Niederlage dabei gegen den Spitzenreiter aus Wolfsburg. Aber auch der Gegner hat sich etwas vorgenommen. "Gegen Victoria wollen wir uns die verlorenen Punkte zurückholen“, meinte Trainer Sören Osterland nach dem 1:3 in Flensburg. Seine Mannschaft ist als Tabellenzwölfter zwar fünf Punkte vor der Abstiegszone platziert, raus als dem Abstiegskampf ist sie allerdings noch nicht.
Eintracht Norderstedt – SV Eichede (So., 14 Uhr)
Acht Spiele ohne Niederlage – es läuft gut für die Eintracht, die zuletzt auch in Meppen (1:1) ungeschlagen blieb. Vom Gegner lässt sich dies nicht behaupten. Das Schlusslicht wartet nun seit 16 Spielen auf einen dreifachen Punktgewinn. Es wird nun wohl viel davon abhängen, ob die Mannschaft die bittere 4:5-Heimniederlage gegen Goslar gut überwunden hat. Dass noch etwas geht für den SVE, war in diesem Spiel ja durchaus deutlich geworden.
SV Wilhelmshaven – Werder Bremen II (So., 15 Uhr)
Einen Patzer darf sich Werder im Derby nicht erlauben. Davon geht Werder-Coach Viktor Skripnik aber auch nicht aus. Er möchte vielmehr den Konkurrenten aus Wolfsburg unter Druck setzen: „Sie müssen jedes Spiel gewinnen, denn wir sind wach.“ Der Gegner trennte sich zuletzt mit einem Remis von Victoria Hamburg und weist immerhin eine ausgeglichene Bilanz aus den vergangenen fünf Partien auf (2-1-2). Insofern dürfte auch Werder vor einer schweren Aufgabe stehen.
VfR Neumünster – BV Cloppenburg (So., 15 Uhr)
Jetzt aber: Seit sechs Spielen wartet der VfR auf einen Sieg, einen Zähler hat der Trainerwechsel also noch nicht gebracht. Gegen den BVC dürften die Chancen auf einen dreifachen Punktgewinn allerdings nicht ganz so schlecht stehen, er kassierte zuletzt nämlich vier Niederlagen in Folge. Der Elfte aus Cloppenburg muss nun aufpassen, dass er nicht ins die Abstiegszone gerät – dort ist der VfR als Vorletzter längst angekommen.
BSV Schwarz-Weiß Rehden – SV Meppen (So., 15 Uhr)
Nach sechs Partien ohne Sieg gelang dem BSV beim 3:0 über Neumünster zuletzt ein Befreiungsschlag. Wie viel er wert ist, dürfte sich nun gegen den SV Meppen zeigen. Der Gegner ist zwar seit drei Partien ohne dreifachen Punktgewinn (0-2-1), zählt als Tabellenvierter aber immer noch zu den stärksten Teams der Liga.
(Text: Stefan Freye)