Vorhang auf für den vorletzten Akt: Am 33. Spieltag der Regionalliga Nord steht natürlich das Fernduell um die Spitze im Fokus des Interesses. Die beiden Titelanwärter sind bereits am Freitagabend auswärts gefordert, Wolfsburg II (68 Punkte) in Hannover, Werder II (67) in Goslar. Dabei ist ein Wechsel an der Tabellenspitze ebenso möglich wie eine Vorentscheidung.
Goslarer SC – Werder Bremen II (Fr. 18 Uhr)
Der Gastgeber, derzeit Tabellenvierter, fand pünktlich zum Spitzenspiel wieder in die Erfolgsspur zurück. Beim 1:0 im Spiel bei Victoria Hamburg gelang dem GSC nämlich der erste Sieg nach zuvor zwei Niederlagen. Sein Gegner kassierte lediglich eine Niederlage in den vergangenen zehn Partien und führt die Rückrundentabelle (37 Punkte) vor Wolfsburg (33) an. Zuletzt waren die Bremer bereits in zwei engen Partien gefordert, gegen den HSV II (2:0) und St. Pauli II (3:0) stellte Werder II vor allem die effektivere Mannschaft.
Hannover 96 II – VfL Wolfsburg II (Fr., 18 Uhr)
Auch dieser Gastgeber wusste zuletzt zu überzeugen. Die Reserve von 96 kassierte sogar nur zwei Niederlagen in den vergangenen zehn Spielen (5-3-2) und ist nun seit vier Partien ungeschlagen. Die von Trainer Sören Osterland bereits vor ein paar Wochen gelobte „Entwicklung“ seiner Mannschaft wird nun auch in der Bilanz deutlich. Die Statistik des Duells gegen Wolfsburg ist dagegen seit sechs Spielen ausgeglichen (3-0-3). Allerdings: Der Sieg ging jeweils an den Gastgeber. Der letzte Auswärtserfolg der Wolfsburger in Hannover datiert aus dem Jahr 2009 (2:1). Der Tabellenführer hatte sich seiner Heimaufgabe gegen den SV Wilhelmshaven am vergangenen Spieltag allerdings bereits souverän entledigt. „Wir haben ein Signal gesendet und wissen, dass wir nun nur noch zwei Schritte von unserem Etappenziel entfernt sind“, so Trainer Valérien Ismaël.
FC St. Pauli – TSV Havelse (Fr., 20 Uhr)
Gewinnen konnten weder St. Pauli (0:3 bei Werder), noch Havelse (1:1 gegen den HSV) das letzte Spiel. Unter dem Strich zählen der Tabellenachte und sein Gegner von Rang sieben aber zu den stärksten Teams der vergangenen Wochen. Entsprechend positiv liest sich die Bilanz der beiden Gegner aus den letzten zehn Partien, St. Pauli (5-2-3) und der TSV (5-3-2) waren überwiegend siegreich. Zum Platztausch wird es allerdings nicht kommen, denn die Hamburger (43 Punkte) können Havelse (50) nicht mehr einholen.
FC Eintracht Norderstedt – Victoria Hamburg (Sa., 13.30 Uhr)
Den Regelabstiegsplatz verlassen wird die Victoria nicht mehr. Sie muss nun darauf hoffen, dass der Meister in die 3. Liga aufsteigt und ein weiterer Platz frei wird. Deshalb dürfte die Verteidigung des vorletzten Ranges durchaus von Bedeutung sein. Die gastgebende Eintracht hält sich ohnehin seit Wochen aus dem Tabellenkeller heraus. Nach einer beeindruckenden Positivserie schien ihr zuletzt aber etwas die Luft auszugehen (1:4 gegen Oldenburg, 0:4 in Flensburg).
Hamburger SV II – BV Cloppenburg (Sa., 14 Uhr)
Theoretisch kann der HSV (14.) den BVC noch vom zwölften Tabellenplatz verdrängen. Der Gastgeber (34 Punkte) müsste dann allerdings vier Zähler gut machen, würde mit einem Heimsieg am Wochenende also noch nicht hinkommen. In der Rückrundentabelle haben diese Teams den Platztausch bereits vollzogen, der HSV (12.) liegt hier vor Cloppenburg (14.).
SV Eichede – Eintracht Braunschweig II (So., 14 Uhr)
Für das Schlusslicht SV Eichede geht es darum, sich vernünftig vom eigenen Publikum zu verabschieden. Das wäre natürlich der Fall mit einem Heimsieg, dem ersten dreifachen Punktgewinn nach mittlerweile 23 sieglosen Spielen. Aber der Gegner wird natürlich etwas dagegen haben. Die Braunschweiger, derzeit 13., zählten vor Monaten auch noch zu den Abstiegskandidaten, sammelten dann aber Punkt für Punkt. Am Wochenende tritt die Eintracht als Elfter der Rückrundentabelle an.
VfB Oldenburg – SV Meppen (So., 14.30 Uhr)
Der SV Meppen (5.) kann den VfB noch vom dritten Rang verdrängen, lediglich vier Punkte trennen diese beiden Teams. Ein eindeutiger Favorit lässt sich zudem nicht ausmachen. Der VfB ist derzeit zwar bärenstark und seit fünf Partien siegreich. Sein Gegner gewann zuletzt aber auch drei Mal in Folge und ist seit sechs Spielen ungeschlagen (3-3-0). Was also zu erwarten ist von diesem Duell? Ein richtig spannendes Derby.
BSV Schwarz-Weiß Rehden – ETSV Weiche Flensburg (So., 15 Uhr)
Beim Gastgeber herrscht seit dieser Woche Klarheit: Andreas Petersen, Vater von Werder-Profi Nils und bislang beim Magdeburger FC auf der Bank, wird die Nachfolge von Björn Wnuck antreten. Der scheidende Trainer hatte Rehden bislang mit einer Ausnahmegenehmigung gecoacht, da er nicht über die erforderliche Lizenz verfügt. Seinen letzten Auftritt vor eigenem Publikum möchte Wnuck nun natürlich gewinnen. In den vergangenen zehn Partien gelangen dem BSV allerdings lediglich zwei Siege (2-4-4), während Weiche nun seit sechs Spielen ungeschlagen ist (3-3-0).
VfR Neumünster – SV Wilhelmshaven (So., 15 Uhr)
Theoretisch kann der 15. VfR (33) noch vom 16. SVW (27) eingeholt werden. Praktisch hätte dies angesichts des Zwangsabstiegs der Wilhelmshavener allerdings keine Auswirkungen. Die Formkurve spricht zudem klar für den Gastgeber. Neumünster holte sieben Punkte aus den letzten vier Partien, während der SV in dieser Zeit ohne Zähler blieb.
(Text: Stefan Freye)