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Regionalliga Nord der Herren 2014/2015: Blick über den Tellerrand

Vier Weihnachtsmeister, vier Supertorschützen, vierzehn Sorgenkinder – ein Überblick über die weiteren Regionalligen

(Foto: hansepixx.de)

Die Teams in der Regionalliga Nord befinden sich nach 20 Spieltagen in der Saison 2014/2015 in der wohl verdienten Winterpause und manch einer hat sich die Weihnachtsgans oder den Glühwein schmecken lassen, bevor es für die meisten schon am Anfang des Jahres direkt wieder auf den Trainingsplatz ging.
Zeit, um auch mal einen Blick über den Tellerrand zu wagen und die Lage in den anderen vier Regionalligen zu checken.

Regionalliga West:

An der Tabellenspitze geht es im Westen hoch her. Rot-Weiss Essen und Alemannia Aachen, in der Saison 86/87 noch gemeinsam in der 2. Bundesliga, sind mit jeweils 38 Punkten das Maß aller Dinge. Allerdings kann der U23-Nachwuchs von Borussia Mönchengladbach mit derzeit 36 Punkten noch zum Höhenflug ansetzen, sollte das Nachholspiel gegen den SV Rödinghausen gewonnen werden.
Im Tabellenkeller haben sich der die Nachwuchsteams des VfL Bochum und Schalke 04 sowie die SG Wattenscheid mit 16 Punkten bequem gemacht. Während die Sportfreunde Siegen (12 Punkte) noch auf den Anschluss ans trockene Ufer hoffen dürfen, sieht es für Aufsteiger FC Hennef 05 (9) schon arg düster aus.
Die Top-Torjäger der Liga sind Fatih Candan (Viktoria Köln) und David Jansen (Rot-Weiß Oberhausen) mit jeweils elf Treffern.
Im Schnitt fast 10.000 Zuschauer strömen zu den Heimspielen von RWE in das Stadion an der Hafenstraße. Bestwert in der Liga. Mithalten kann da nur die Alemannia aus Aachen, in den Tivoli ziehen es durchschnittlich 7.300 Fans.
Allerdings ist davon auszugehen, dass sich die Anzahl schon bald erhöht. Direkt nach der Winterpause treffen die Rheinländer auf den direkten Konkurrenten Rot-Weiss Essen. Neben dem sportlichen Reiz dürfte ein volles Haus garantiert sein. Die Partie wird übrigens live vom Westdeutschen Rundfunk übertragen


Regionalliga Südwest:

Auch im Süd-Westen der Republik stehen zwei Traditionsvereine an der Spitze des Klassements. Kickers Offenbach (49 Punkte) und Drittliga-Absteiger 1. FC Saarbrücken (43) haben zurzeit die besten Aussichten, um ins Rennen um den Aufstieg einzugreifen. Der SV Elversberg (41) hat noch Chancen sich in das Titelrennen einschalten, bereits der Viertplatzierte 1. FC Kaiserslautern II (U23) weist dann aber mit 33 Punkten schon einen respektablen Rückstand auf.
FK Pirmasens (16), SVN Zweibrücken (15), TuS Koblenz (13) und KSV Baunatal (13) bilden das Quartett am Ende der Tabelle.
Top-Torschützen der Liga mit jeweils 12 Treffern sind Sebastian Szimayer (SpVgg Neckarelz) und Florian Treske (VfR Wormatia Worms).
Zuschauerkrösus sind die Kickers aus Offenbach. Auf den Bieberer Berg strömen durchschnittlich knapp 6.000 Fans.
Die Regionalliga Südwest startet als vorletzte der fünf Regionalligen in die Rückrunde. Bis zum 28. Februar haben die Teams noch Zeit, sich vorzubereiten und eine gute Ausgangslage für das Restprogramm zu schaffen.
Mit dem SV Elversberg gegen den 1. FC Saarbrücken steht dafür direkt ein Spitzenspiel auf dem Plan.


Regionalliga Bayern:

Im Süden der Republik sind bereits 22 Spieltage absolviert. Hoffnungen auf die Aufstiegsrunde zur 3. Liga können sich besonders die Würzburger Kickers (51 Punkte) und der TSV 1860 München II (48) machen. Mit 44 Punkten steht der Nachwuchs des FC Bayern in Lauerstellung auf Rang drei. Vermeintlich abgeschlagen mit 15 bzw. 14 Punkten rangieren der SV Seligenporten und FC Eintracht Bamberg 2010 auf den Plätzen 17 und 18. Der Abstand zum rettenden Ufer beträgt mittlerweile solide acht bzw. neun Punkte.
Christopher Bieber (Würzburger Kickers) ist das Maß aller Dinge, was das Tore schießen angeht. Mit 15 Treffern hat er sicherlich großen Anteil am Erfolg seiner Mannschaft.
Auch in der Zuschauertabelle stehen die Kickers, die in der 1. Runde des DFB-Pokals schon Fortuna Düsseldorf die Grenzen aufzeigten (3:2 n.V) ganz oben. Mit rund 2.500 Zuschauern im Schnitt liegen die Unterfranken deutlich vor 1860 und dem 1. FC Schweinfurt 05.
Erst am 6. März und damit als letzte aller Regionalligen startet die Staffel wieder in den Wettbewerb. Im Fokus stehen dabei sicherlich zwei Begegnungen. Im Tabellenkeller treffen die beiden letztplatzierten Bamberg und Seligenporten aufeinander, der Sieger kann vielleicht noch einmal Hoffnung schöpfen, sich zu befreien. Das Spitzenspiel findet aber ohne Frage zwischen den U23-Teams des TSV 1680 München und FC Bayern München statt. Allerdings müssen sich die Fans hierzu noch ein bisschen länger gedulden. Das Spiel wurde auf Montag, 6. April verlegt.
In der Regionalliga Bayern wird es nach der Winterpause eine Neuerung geben. Als einzige Regionalliga wird dort in Zukunft das Freistoß-Spray eingesetzt. "Die Erfahrungen bei der Fußball-WM in Brasilien und in der Bundesliga waren bisher sehr positiv. Mit dem Freistoß-Spray gibt es keine Diskussionen mehr über den richtigen Mauerabstand. Das erleichtert die Arbeit der Schiedsrichter. Beim Spray-Einsatz in der höchsten bayerischen Amateurspielklasse, also an der Schwelle zum Profifußball, stehen auch Aufwand und Nutzen aus unserer Sicht in einem vernünftigen Verhältnis", erklärte Schiedsrichter-Obmann Walter Moritz.


Regionalliga Nordost:

In der Regionalliga Nordost, die einzige Liga, die zurzeit noch mit einer 16er-Staffel spielt, gestaltet sich die Spitze recht ausgeglichen. Wacker Nordhausen (30), FSV Zwickau (29) und 1. FC Magdeburg (28) liegen fast gleich auf. Auch die nächstplatzierten Berliner AK (24), Carl Zeiss Jena (23), Hertha BSC II (22) und SV Babelsberg 03 (22) haben durchaus noch Chancen in das Geschehen einzugreifen. Als erster Absteiger steht der VFC Plauen, bedingt durch die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens bereits fest. Ob die Vogtländer weiter am Spielbetrieb teilnehmen können und wie mit den bisher ausgetragenen Partien verfahren wird, entscheidet das Präsidium des Nordostdeutschen Fußballverbandes in seiner Sitzung am 26. Januar. Mit nur neun Punkten aus 14 Begegnungen sieht es auch für Viktoria 1899 Berlin nicht ganz so rosig aus. Fünf Punkte müssten die Hauptstädter aufholen, um das rettende Ufer zu erreichen.
An der Spitze der Torjägerliste steht zurzeit Velimir Jovanovic vom FC Carl Zeiss Jena mit elf Treffern. Gefolgt von Manuel Farrona Pulido (9, FSV Wacker Nordhausen), den manche vielleicht noch aus seiner Zeit beim Hamburger SV kennen, sowie Christian Beck (9, 1. FC Magdeburg).
Die meisten Zuschauer kamen bisher zu den Spielen des 1. FC Magdeburg. Rund 6.500 waren es im Schnitt bei jedem Heimspiel in der MDCC-Arena.
Am 22. Februar startet die Regionalliga Nordost wieder in die Rückrunde.

 

(Text: NFV)

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