Am 26. Spieltag der Regionalliga Nord kassierte der Hamburger SV II bereits die siebte Niederlage aus den vergangenen neun Partien – mit dieser Bilanz dürfte es der einstige Tabellenführer schwer haben, Schritt zu halten mit Wolfsburg und Werder. Eine Sensation erlebten die Zuschauer dagegen in Lüneburg, allerdings nicht gerade zugunsten ihrer Mannschaft. Die 0:8-Heimpleite gegen den Goslarer SC dürfte noch eine ganze Weile für Gesprächsstoff sorgen.
VfL Wolfsburg II – FC Eintracht Norderstedt 6:0 (4:0)
Der Gastgeber hatte offenbar noch das letzte Heimspiel im Kopf: Nach der überraschenden 2:3-Niederlage gegen den VfB Lübeck rehabilitierte sich der VfL Wolfsburg II mit einer bärenstarken Leistung und einem in dieser Höhe durchaus unerwarteten Erfolg. Dem Eigentor von Norderstedts Clifford Aniteye (26.) folgten die Treffer von Paul Seguin (33./43.) sowie Robert Herrmann (35.), und schon war die Partie entschieden. Im zweiten Durchgang war Amin Affane sechs Minuten nach seiner Einwechslung zum ersten Mal zur Stelle (61.), wenig später sorgte er mit einem verwandelten Foulelfmeter für den Endstand (72.). Der neue Spitzenreiter untermauerte damit seinen Status als bestes Heimteam der Liga: In der „Heimtabelle“ belegen die Wölfe mit 32 von 42 möglichen Zählern Platz eins.
Eintracht Braunschweig II – SV Meppen 2:0 (1:0)
Auch der Eintracht aus Braunschweig gelang die Rehabilitation: Dank des glatten 2:0-Erfolgs über den SV Meppen gerät die jüngste Heimpleite (1:2 gegen Neumünster) in Vergessenheit. Kurz vor dem Wechsel hatte der Treffer von Lukas Kierdorf den Heimsieg auf den Weg gebracht (41.). In die Schlussphase gingen die Braunschweiger nach dem Treffer von Gerrit Holtmann mit einer 2:0-Führung (68.). Das reichte locker, um den Erfolg gegen den zuletzt drei Mal ungeschlagenen SVM zu verteidigen.
Hannover 96 II – FT Braunschweig 5:0 (1:0)
Acht Partien lang hatte 96 II auf einen dreifachen Punktgewinn warten müssen, ehe am vergangenen Spieltag ein 2:0 gegen St. Pauli II gelang. Beim 5:0 über das Schlusslicht aus Braunschweig feierte die Bundesligareserve also bereits den zweiten Sieg in Folge – so schnell kann das gehen mit einer Trendwende. Den höchsten Saisonerfolg leitete ein Treffer von Roman Prokoph ein (22.). Nach dem Wechsel drehte der Gastgeber noch einmal richtig auf und legte durch Kevin Krottke (46./76.) sowie Can Tuna (54./81.) nach.
FC St. Pauli II – VfR Neumünster 1:1 (1:0)
Nach der frühen Führung durch Finn Tiedemann (12.) sah der Gastgeber noch zur Pause wie der Sieger dieses Duells aus. Kurz nach dem Wechsel glich Michél Harrer allerdings aus (53.) und sicherte den VfR das vierte Spiel in Folge ohne Niederlage (1-3-0). Der eine Punkt hilft dem Gast sicher in moralischer Hinsicht, in der Tabelle dagegen eher nicht. Weil der Goslarer SC seine Partie gewann, fiel Neumünster sogar auf den vorletzten Rang zurück.
BSV „Schwarz-Weiß“ Rehden – Hamburger SV II 2:0 (2:0)
Einige Wochen lang bestand ja noch die theoretische Möglichkeit, dass der HSV II noch irgendwie würde eingreifen können in das Meisterschaftsrennen. Nach dem neunten Spiel ohne dreifachen Punktgewinn (0-2-7) sind die Chancen der Hamburger deutlich gesunken. Der Tabellendritte (46 Punkte) hat nun jedenfalls bereits einen großen Rückstand auf Wolfsburg II (52) und Bremen II (51) aufzuholen. Dabei war der HSV in Rehden keineswegs chancenlos. Die Gäste liefen nach dem starken Auftakt des Gastgebers mit zwei Treffern von Kevin Artmann (9./17.) allerdings frühzeitig einem 0:2-Rückstand hinterher. „Rehden hat sehr stark begonnen. Leider konnten wir unsere Chancen heute nicht nutzen", meinte HSV-Coach Daniel Petrowsky. Auf der anderen Seite feierte der BSV Rehden nun bereits das neunte Spiel ohne Niederlage (3-6-0).
Werder Bremen II – VfB Lübeck 1:1 (0:0)
Der Gast stellte beim Tabellenzweiten seine gute Verfassung unter Beweis: Die Lübecker traten mit einer sicheren Defensive an und setzten immer wieder gefährliche Konter. Einer führte zur zwischenzeitlichen Führung durch Finn Lasse Thomas (71.). Mit einer Energieleistung in der Schlussphase sicherte sich der optisch überlegene Gastgeber dank des Treffers von Lukas Fröde (81.) den einen Zähler. Am Ende stand ein leistungsgerechtes Unentschieden. „Und wer weiß, was dieser eine Punkt noch einmal wert ist“, meinte Werder Coach Alexander Nouri. Die Bremer bleiben also trotz des Verlustes der Tabellenführung relativ entspannt.
BV Cloppenburg – TSV Havelse 0:0
Auch beim 0:0 zwischen dem BV Cloppenburg und dem TSV Havelse gab es keinen Sieger. Die Cloppenburger weisen damit weiterhin eine ausgeglichene Bilanz aus den letzten Partien auf (1-4-1), fielen in der Tabelle allerdings auf den 15. Rang ab. Der TSV Havelse belegt dagegen weiterhin den achten Tabellenplatz, gewann allerdings auch nur eines der zurückliegenden fünf Spiele.
VfB Oldenburg – ETSV Weiche Flensburg 0:1 (0:1)
Der ETSV Weiche Flensburg baute seine beachtliche Serie auf 13 Spiele ohne Niederlage aus. In Oldenburg hatte Christian Jürgensen frühzeitig die Weichen auf Sieg gestellt (13.) und dafür gesorgt, dass sich der ETSV auf den vierten Tabellenplatz verbesserte. Für den VfB wird es nach sechs Spielen ohne dreifachen Punktgewinn dagegen immer enger. Der Gastgeber fiel auf den 14. Rang der Regionalliga Nord zurück.
Lüneburger SK Hansa – Goslarer SC 0:8 (0:2)
Hoppla – da ist dem GSC aber eine dicke Überraschung gelungen. Beim höchsten Regionalliga-Sieg der Goslarer Vereinsgeschichte traf David Loheider (5./36./50./59.) gleich vierfach, Rico Gladrow (61./72./82.) markierte drei und George Kelbel (57.) einen Treffer. Auf der anderen Seite ging Elard Ostermann bemerkenswert souverän mit der deutlichen Heimpleite um. „Das war erschütternd”, meinte der LSK-Coach – und nahm die Schuld auf sich: “Ich habe die Mannschaft nicht in die richtige Verfassung gebracht und einige falsche Entscheidungen getroffen.”
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(Text: Stefan Freye)