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Regionalliga Nord der Herren 2014/2015: Statistik-Story, Teil 1

Regionalliga Nord die Torfabrik der Republik

(Foto: hansepixx.de)

Nach kurzer Abstinenz in der abgelaufenen Saison hat sich die Regionalliga Nord den Titel als Deutschlands „Torfabrik“ zurückgeholt. Durch 563 Treffer in 178 Partien - durchschnittlich also 3,16 pro Spiel - hängte der Norden die vier anderen Regionalliga-Staffeln ebenso ab wie die 1., 2. und 3. Liga. Erstmals überhaupt steht zur Winterpause sogar ein Schnitt von über drei Toren. Die vorherige Bestmarke (2,89) stammt aus der Saison 2010/2011. Häufigste Ergebnisse waren trotzdem ein 1:0- und ein 2:1-Sieg (23 Mal), gefolgt vom 1:1 (21).

Fast zehn Prozent aller Treffer an den bisherigen 20 Spieltagen gehen dabei das Konto des Hamburger SV II (57 Treffer), der die Tabelle mit 45 Punkten vor dem Vizemeister SV Werder Bremen II (40) anführt. „Erfolge sorgen immer für Selbstbewusstsein. Das ist eine positiv emotionale Komponente. Die Entwicklung verläuft dann insgesamt schneller und leichter“, sagt Bernhard Peters, Direktor Sport beim HSV

Die drittplatzierte U 23 des VfL Wolfsburg weist als aktueller Meister bereits acht Punkte Rückstand zur Spitze auf. Auf Platz vier rangiert - wie bereits zur Winterpause der Vorsaison - der SV Meppen (32). Nur einen Punkt weniger auf dem Konto hat der ETSV Weiche Flensburg, der sich im Vergleich zur abgelaufenen Runde um einen Platz verbessern konnte. Während erstmals drei U 23-Mannschaften das Spitzentrio bilden, rangieren die weiteren Reserveteams im Mittelfeld. Der FC St. Pauli II (30 Punkte) verabschiedete sich als Tabellensiebter in die Punktspielpause, die Zweitvertretung von Eintracht Braunschweig (29) schaffte es auf Rang neun und Hannover 96 II (26) steht auf dem elften Platz.

Der VfB Oldenburg (25) und der Goslarer SC (20), die in der vergangenen Saison im oberen Drittel mitgemischt hatten, reihen sich ebenfalls in der unteren Tabellenhälfte ein. Hinter Goslar in der Abstiegszone befinden sich der VfR Neumünster (15), der seit elf Runden sieglose BSV Schwarz-Weiß Rehden (15) und Neuling FT Braunschweig mit lediglich neun Zählern. Die weiteren Aufsteiger Lüneburger SK Hansa (23) und VfB Lübeck (28) schafften dagegen gute Voraussetzungen für den Klassenverbleib. Die Zahlen und Fakten aus der Regionalliga Nord zur Winterpause.

HSV-Reserve übersteht Hinserie ohne Niederlage

Das Novum: Erstmals seit Einführung der Regionalliga Nord in ihrer aktuellen Form blieb mit der HSV-Reserve eine Mannschaft während der gesamten Hinrunde ungeschlagen. Die zunächst mit Trainer Josef „Joe“ Zinnbauer (jetzt Cheftrainer der Profis) in die Saison gestarteten „Rothosen“ legten durch neun Dreier hintereinander auch die längste Siegesserie hin. Insgesamt 14 Erfolge (Bestwert) und drei Unentschieden lautete die Ausbeute, ehe zum Rückrundenbeginn drei Niederlagen in drei Partien folgten. Auch am höchsten Sieg war der Tabellenführer beteiligt. Das 10:0 bei Schlusslicht FT Braunschweig am 26. Oktober war außerdem das torreichste Spiel bis zur Winterpause. Für die Braunschweiger war es eine von sieben Niederlagen in Folge. Keine andere Mannschaft musste zwischenzeitlich länger auf einen Punktgewinn warten.

Der Zuschauermagnet: Nicht zuletzt dank des Wiederaufstiegs des VfB Lübeck verzeichnete die Nord-Staffel einen Zuschauerzuwachs im Vergleich zum ersten Halbjahr der Vorsaison. Der Schnitt stieg von 640 auf 758 Besucher. Lübeck wurde auf Anhieb zum Zuschauerkrösus. 16.969 Fans und damit durchschnittlich 1697 Anhänger strömten zu den zehn Heimspielen der Grün-Weißen. Hinter dem VfB Oldenburg (1665) und dem SV Meppen (1486) sprang mit Hannover 96 II eine Zweitvertretung auf den vierten Platz der Zuschauertabelle. Den vierstelligen Schnitt (1183) ermöglicht vor allem eine Fangruppe, die seit Saisonbeginn die Heimspiele der 96-Profis boykottiert und stattdessen die U 23 unterstützt. Die Partie mit den meisten Zuschauern war erneut das Derby zwischen dem SV Meppen und dem VfB Oldenburg (1:2 vor 2629 Besuchern).

Werder Bremen II auswärts ungeschlagen

Heim- und Auswärtsbilanz: 24 ihrer insgesamt 45 Punkte sammelte die Hamburger Reserve auswärts. Sogar ohne Niederlage auf fremden Plätzen ist die U 23 des SV Werder Bremen, die in der Auswärtstabelle den zweiten Rang vor dem SV Meppen (beide 20 Zähler) rangiert. Den Negativwert von acht Punkten teilen sich gleich sechs Mannschaften. Eintracht Norderstedt, Hannover 96 II, der BSV Schwarz-Weiß Rehden, der Lüneburger SK Hansa, FT Braunschweig und BV Cloppenburg belegen die Plätze 13 bis 18. Als Heimmacht präsentierte sich Titelverteidiger VfL Wolfsburg II mit 26 von 33 möglichen Punkten. Auch der ETSV Weiche Flensburg und Eintracht Norderstedt (jeweils 22) punkteten vor heimischer Kulisse konstant gut. Für wenig Begeisterung vor eigenem Publikum sorgten dagegen die abstiegsbedrohten Vereine aus Rehden (sieben) und Neumünster (drei). Lediglich einen Zähler verbuchte FT Braunschweig.

Wechsel und Beförderungen: Mehrere U 23-Trainer wurden während der Hinrunde zum Cheftrainer ernennt. Josef „Joe“ Zinnbauer empfahl sich beim HSV durch acht Siege im September als Nachfolger für Mirko Slomka. Bis zum Saisonende betreut Daniel Petrowsky (zuvor U 16) nun die Reserve der „Rothosen“. Einen Monat später ersetzte Viktor Skripnik, zuvor für die Reserve verantwortlich, in Bremen Robin Dutt. Skripniks Co-Trainer Alexander Nouri übernahm die Regionalligamannschaft. Thomas Meggle wurde beim FC St. Pauli zunächst zum Cheftrainer befördert und ist nun als Sportdirektor tätig. Seine Nachfolge bei der U 23 trat Remigius Elert an. Weitere Trainerwechsel gab es in Goslar (Slavomir Lukac für Mario Block) und Oldenburg (Predrag Uzelac für Kristian Arambasic). Der BSV "Schwarz-Weiß" Rehden geht ebenfalls mit einem neuen Trainer in die Restrunde. Alexander Kiene (zuvor Arminia Hannover) ist nach Andreas Petersen (nun TSG Neustrelitz) und Interimstrainer Daniel Gunkel der dritte Mann bei den Niedersachsen.

Der zweite Teil der Statistik-Story folgt in den nächsten Tagen

(Text: MSPW)

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