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Regionalliga Nord der Herren 2015/2016: Die Zahlen stimmen

"Bin mit der Entwicklung des Themas Sicherheit sehr zufrieden"

(Foto: hansepixx.de)

Rund 170 Partien wurden bislang ausgetragen in der Regionalliga Nord. Sie wurden besucht von durchschnittlich 709 Zuschauern, also verfolgten etwa 120.000 Menschen die Spiele in der vierten Liga, dabei gab es lediglich 14 sicherheitsrelevante Vorkommnisse. Da überrascht es nicht, dass August-Wilhelm Winsmann, Vorsitzender der NFV-Sicherheitskommission, ein sehr zufriedenes Fazit zieht.

Ihre Einschätzung der Situation?

Im vierten Jahr der Verantwortung der Regionalliga im Norddeutschen Fußball-Verband bin ich mit der Entwicklung des Themas Sicherheit sehr zufrieden. Der Trend der unliebsamen Vorkommnisse geht weiterhin leicht nach unten, und die Polizei musste durchschnittlich deutlich weniger Einsatzkräfte zum Schutz der Spiele aufbieten.

Es gibt bei den Straftaten (17 statt 98), der Verwendung von Pyrotechnik (11 statt 49) und bei den polizeilichen Maßnahmen (3 statt 297) im Vergleich zur Vorsaison sogar einen deutlichen Rückgang zu verzeichnen. Wie wurde die Statistik eigentlich ermittelt?

Ich werte unmittelbar nach jedem einzelnen Spiel jeweils die Einsatzverlaufsberichte der Polizei, den Spielbericht des Schiedsrichters und darüber hinaus, soweit eingesetzt, auch den Bericht der Sicherheitsaufsicht detailliert und intensiv aus. Zusätzlich sind die Sicherheitsbeauftragten der Vereine noch verpflichtet, einen Spieltagsreport digitalisiert abzugeben. Diese mehrfachen Quellen versetzen mich in die Lage, sehr valide und verlässliche Daten und Fakten zu erheben, die dann jeweils in meinen ausgewerteten statistischen Berichten landen. Die genannten Zahlen berücksichtigen mit derzeitigem Stand allerdings erst die diesjährige Halbsaison; aber auch bei statistischer Hochrechnung auf die komplette Saison ist ein eindeutiger, positiver Trend zu erkennen.

Welche Rolle spielt dabei, dass auch der Besuch durch B- und C-Fans auf durchschnittlich jeweils drei zurückgegangen ist?

In aller Regel sind es die zuvor sehr verlässlich in Kategorien „B“ (gewaltbereit) und „C“ (gewaltsuchend) eingestuften „Fans“, die für unliebsame Vorfälle sorgen. Durch die Verringerung der offensichtlich die Regionalligaspiele weniger besuchenden „B“ und „C“-Fans verringern sich zwangsläufig auch unliebsame Vorkommnisse. Fazit: Wenn es uns gelingt, die „B“ und „C“-Fans zum ordentlichen Verhalten zu bekehren oder sie andersrum mit Stadionverboten zu belegen, haben wir keine Risikospiele und keine Störungen durch „Fans“ mehr.

Mit durchschnittlich 15 Polizeibeamten und 23 Ordnern befindet sich auch die „Personal-Statistik“ auf einem niedrigen Niveau. Sehen Sie ein Potenzial für einen weiteren Rückgang?

Nicht zuletzt vor der politischen Diskussion, dass bei Vorliegen besonderer Umstände eventuell der Fußballverband beziehungsweise die Vereine die Polizeikosten bezahlen sollten oder müssten, halte ich den Trend der deutlich weniger eingesetzten Polizeikräfte für sehr wichtig. Für die Zukunft sehe ich einen weiterhin positiven Trend dieser Entwicklung, wenn es uns im Zusammenwirken mit allen Netzwerkpartnern (Verband, Verein, Polizei, Kommune) gelingt, die „Krawallmacher“ weiter zu isolieren und zu verringern.

Wenn Sie nun an das gesamte Spektrum des Themas Sicherheit denken – besteht noch irgendwo die Chance auf eine deutliche Verbesserung?

Letztlich ist das Thema Sicherheit, auch im Fußball, natürlich immer auch abhängig von einer gesamtgesellschaftlichen Entwicklung. Der Fußball ist ein Teil davon, soll heißen, wenn alle gesellschaftlichen Kräfte, aber auch jeder Einzelne mit persönlichem Engagement und insbesondere mit Zivilcourage seine eigene Verantwortung der Gesellschaft gegenüber positiv einbringt und Verantwortung für die Gesellschaft trägt, können wir in der Gesamtheit noch einiges erreichen.

 

(Das Interview führte Stefan Freye)

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