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Regionalliga Nord der Herren 2015/2016: Hans-Ludwig Meyer im Gespräch

"Mein Geheimfavorit ist Weiche Flensburg, da wächst etwas zusammen"

(Foto: hansepixx.de)

Als Präsident des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes (SHFV) zählt NFV-Vize Hans-Ludwig Meyer am kommenden Freitag (19 Uhr) zu den Gastgebern des Eröffnungsspiels der Regionalliga Nord zwischen dem TSV Schilksee und dem FC Eintracht Norderstedt.

Am Freitag empfängt der Aufsteiger den Tabellensechsten der Vorsaison. Was erwarten Sie von dieser Auftaktpartie?

Ein Schleswig-Holstein-Derby - auch wenn Eintracht Norderstedt im Hamburger FV zu Hause ist - ist schon etwas Besonderes. Die Eintracht hat sich in der Regionalliga etabliert und ist für den spielstarken Aufsteiger aus dem Olympiastandort Kiel-Schilksee mehr als eine echte Herausforderung. Ich erwarte also ein spannendes Regionalliga-Eröffnungsspiel mit einem tollen Rahmenprogramm. Das wird ein echtes Fußballevent an der Kieler Außenförde.

Mit welchen Chancen geht der Neuling aus Kiel in die Saison?

Der TSV Schilksee ist zur zweiten Kraft, nach Drittligist Holstein Kiel, im Großraum Kiel herangereift. Die Mannschaft ist erstklassig besetzt, viele Spieler haben das Leistungszentrum von Holstein Kiel durchlaufen. Der Trainer Thorsten Gutzeit ist ein erfahrener Mann, er hat dies bei Holstein Kiel bewiesen. Natürlich ist die Regionalliga Nord deutlich höher einzuschätzen als die Schleswig-Holstein-Liga. Viele junge Talente aus der Umgebung haben den Weg an die Kieler Außenförde gefunden, mit Frank Drews steht ein sehr qualifizierter Mann als sportlicher Leiter bereit. Der Verein ist sportlich schnell nach oben gekommen, der Erfolg des TSV Schilksee ist eine logische Konsequenz aus jahrelanger akribischer Arbeit und hoher Professionalität. Insbesondere hat sich das Umfeld der Mannschaft und des Vereins um Macher Bodo Schild sehr verdient gemacht. Ich glaube, hier herrscht eine große Euphorie, die sich auf die Mannschaft überträgt, und so wird für mich ein sicherer Platz im Mittelfeld der Tabelle herausspringen.

(Hans-Ludwig Meyer, 1. Vizepräsident des Norddeutschen Fußball-Verbandes e.V.)

Wie schätzen Sie die beiden anderen Aufsteiger aus Hildesheim und Drochtersen/Assel ein?

Vereine aus Niedersachsen sind grundsätzlich als sehr leistungsstark einzuordnen Mit Hildesheim ist ein weiterer Traditionsclub in die Regionalliga zurückgekehrt, der ebenfalls im Mittelfeld landen wird. Drochtersen/Assel wird aus meiner Sicht sogar oben mitspielen können.

An der Spitze landeten zuletzt vor allem Nachwuchsteams wie Drittligaaufsteiger Werder II, der VfL Wolfsburg II oder der HSV II. Wer könnte in diesem Jahr mitmischen im Titelrennen?

Natürlich sind Wolfsburg II und Hannover II vorn dabei, sehr stark schätze ich unsere beiden Vereine VfB Lübeck und Weiche Flensburg ein. Aber auch Havelse und Oldenburg können oben mitspielen. Mein Geheimfavorit ist Weiche Flensburg, da wächst etwas zusammen.

Die Regionalliga geht nun in die vierte Saison. Wie haben Sie die Entwicklung dieser Spielklasse in den vergangenen Jahren erlebt?

Ich beobachte eine sehr positive Entwicklung der Regionalliga Nord. Die Diskussion um weniger Regionalligastaffeln auf DFB-Ebene halte ich für falsch, ebenso lehne ich eine zweigeteilte 3. Liga ab. Das verwässert das Niveau. Vereine wie Schilksee, Hildesheim, Eichede oder Drochtersen/Asseln hätten bei drei Regionalligen nie die Chance auf höheren Amateurfußball bekommen. Erweitern kann man diese Aussage um ein schönes Beispiel unseres Schleswig-Holsteinischen Vereins Weiche Flensburg: Nur durch die Regionalligastruktur konnte bei Weiche etwas entstehen und wachsen. Ich denke, der Norddeutsche Fußball-Verband wird nun weiter daran arbeiten, zu einer weiter gefächerten Medienpräsens, vor allem, was Bewegbilder betrifft, zu kommen. Mit der klaren Zielsetzung einer besseren Vermarktung der Spielklasse.

 

(Interview: Stefan Freye)

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