Gleich zwei Partien der Regionalliga Nord bereiteten den 13. Spieltag an diesem Wochenende vor. Das torlose Unentschieden im Derby zwischen Victoria Hamburg und dem FC St. Pauli II – vorgezogene Partie der 13. Runde - half keiner Mannschaft weiter. Die Reserve des Kiezklubs kassierte sogar zwei Platzverweise (Gelbrot für Andrej Startsev (72.) und Rot gegen Erdogan Pini (74.)). Dagegen holte sich Hannover 96 II dank des 3:2 (1:1)-Heimsiegs über Werder Bremen II (Nachholspiel des 8. Spieltags) die Tabellenführung. In einer rasanten Nachwuchspartie trafen Gießelmann (FE., 21.), Deniz Kadah (75.) und der Ex-Bremer Kevin Behrens (88.) für den Gastgeber. Die beiden Tore von Niclas Füllkrug (23., 49.) reichten den Bremern nicht.
SV Meppen – Goslarer SC (Fr., 19 Uhr)
Nach nur zwei Siegen aus elf Partien ist der Gastgeber am Tabellenende angekommen. Ob ausgerechnet der Goslarer SC, bester Aufsteiger auf Rang sechs, zur Aufbauhilfe bereit ist? Zumindest geht der Gast mit der Favoritenrolle an den Start. Offenbar weiß sein Trainer Frank Eulberg aber auch, wie man mit ihr umzugehen hat: vorsichtig. „Der SV Meppen steht mit dem Rücken zur Wand und muss punkten. Zusammen mit den Fans im Rücken werden sie alles für einen Heimsieg tun“, so der GSC-Coach.
VfB Oldenburg – TSV Havelse (Sa., 13.30 Uhr)
Die Gastgeber stehen vor personellen Veränderungen: Torhüter Mansur Faqiryar kehrt nach Ablauf seiner Rotsperre zurück, und auch der lange Zeit verletzte Stürmer Paul van Humbeeck steht vor einem Comeback. Dafür wird der gesperrte Mittelfeldspieler Claude Videgla (Gelb-Rot) fehlen. Gern würden die Oldenburger gegen Havelse an ihre erfolgreiche Serie aus dem September anknüpfen. Zuletzt gewann das Team von Andreas Boll gerade einen Punkt aus vier Spielen. Auf dem achten Rang der Liga fühlt man allerdings noch immer einigermaßen wohl. Mit einer fast beispiellosen Serie haben die Gäste sich dagegen einen Namen gemacht. Die 19 Punkte aus sieben Partien führten den TSV Havelse auf den dritten Rang der Liga. Der durchwachsene Start spielt längst keine Rolle mehr. Der DFB-Pokal dagegen schon. Am kommenden Dienstag tritt der TSV in der 2. Runde gegen den VfL Bochum an. Um den Rasen in Garbsen zu schonen, wurde extra das Heimrecht mit dem VfB Oldenburg getauscht.
ETSV Weiche Flensburg – BSV Schwarz-Weiß Rehden (Sa., 14 Uhr)
Der ETSV Weiche darf als Hoffnungsträger für jene Teams gelten, die gerade nicht so gut platziert sind. Vor ein paar Wochen noch schien der Aufsteiger den Tabellenkeller nämlich fest gebucht zu haben. Nun, nach vier Siegen aus den vergangenen fünf Partien, ist Weiche ins Mittelfeld vorgerückt (9.), einen Platz vorm BSV Rehden. Die Gäste setzten weniger auf eine Serie, als auf insgesamt respektable Ergebnisse. Zudem entwickelt der BSV sich gerade zu einer Auswärtsmannschaft: Dem 5:0 in Meppen ließ Rehden zuletzt einen 3:1-Erfolg beim HSV II folgen.
FC Oberneuland – VfL Wolfsburg II (Sa., 15 Uhr)
Bereits vier Spielen ist der FCO nun ohne Punkt; lediglich ein Treffer – beim 1:2 in Lübeck am vergangenen Wochenende – gelang den Bremern in diesen Partien. Nun fällt mit dem rotgesperrten Nils Laabs auch noch der beste Angreifer (3 Tore) aus. Dass immer wieder wesentliche Verluste zu verkraften sind, hat man beim FCO als Ursache für die Talfahrt ausgemacht. Man will deshalb in Ruhe weiterarbeiten und auf personelle Konsequenzen verzichten. Die gibt es dagegen beim Gegner: Weil Lorenz Günther Köstner gemeinsam mit Cotrainer Alexander Strehmel die Arbeit bei den Profis übernommen hat, muss der VfL in Bremen mit einem neuen Trainer antreten. Allgemein erwartet wird, dass Mark Oliver Striker (Cotrainer der Frauenmannschaft) den Posten zunächst besetzt.
Werder Bremen II – Holstein Kiel (So., 14 Uhr)
Die 2:3-Niederlage in Hannover sollte den Gastgeber nicht nachhaltig irritieren. „Wir haben ein super Spiel abgeliefert, uns aber leider nicht belohnt“, kommentierte Thomas Wolter die unglückliche Niederlage. Seine Mannschaft habe nun ein paar Tage Zeit, um den Kopf frei zu bekommen. Dann gehe es gegen den „nächsten starken Gegner“. Das kann man wohl sagen: Holstein Kiel ist zwar von 96 II als Tabellenführer abgelöst worden. Aber das Team von Thorsten Gutzeit ist seit einigen Wochen in guter Form und längst in der Rolle des Aufstiegsfavoriten angekommen. Vom Gegner hält der Holstein-Coach allerdings auch eine Menge: „Bremen ist personell und qualitativ eine absolute Top-Mannschaft, die bis zum Schluss ganz vorne mitspielen wird.“ Er will „vor allem gut gegen den Ball arbeiten“ und die Aktionen der gefürchteten Werder-Offensive frühzeitig unterbinden.
Hannover 96 II – SV Wilhelmhaven (So., 14 Uhr)
Mit der Tabellenführung im Rücken will 96 nun auch gegen den SVW punkten. Das Spiel ist allerdings mehr als nur eine Pflichtaufgabe. Zwar verlor Wilhelmshaven zuletzt mit 1:2 gegen den ETSV Weiche. Davor war der 15. der Regionalliga aber vier Mal in Folge siegreich gewesen. Der Tabellenplatz des SVW täuscht ohnehin, denn er ist nur auf den Sechs-Punkte-Abzug vom Saisonbeginn zurückzuführen.
Hamburger SV II – VfB Lübeck (So., 14 Uhr)
Der 2:1-Heimerfolg über den FCO verschaffte Lübeck zwar etwas Luft. In den Auswärtsspielen gibt es aber nach wie vor noch einiges gut zu machen für das Team von Ramazan Yildirim. Ganze drei Punkte gewann seine Mannschaft in sechs Partien auf fremden Boden. Ob die Hamburger mithelfen beim ersten Auswärtssieg? Wohl kaum. Der HSV (11.) braucht die Punkte nach vier Spielen ohne Sieg selbst. Zuletzt kassierte man eine unerwartete 1:3-Heimniederlage gegen Rehden.
VfR Neumünster – BV Cloppenburg (So., 14 Uhr)
Noch erfolgloser als Lübeck trat der BV Cloppenburg auswärts auf. Gerade einen Zähler (beim 3:3 in Oberneuland) gewann das Team in seinen sechs Spielen auf fremden Platz. Dabei kassierte der BVC auch noch stattliche 27 Gegentreffer. Zuletzt lief es für Neumünster allerdings nicht wesentlich besser: 1:4 in Havelse und 0:5 gegen Werder II lauteten die Resultate in den vergangenen Wochen. Auch der Gastgeber hat etwas gutzumachen. Im Gegensatz zu Cloppenburg, das sich als 13. nach unten orientiert, ist der VfR allerdings noch im Soll. Mehr noch: Mit dem siebten Tabellenplatz können sie gut leben in Neumünster.
(Text: Stefan Freye (sfy))