Es geht Schlag auf Schlag in der Regionalliga Nord. Auf die sechs Nachholspiele vom Mittwoch folgt am Wochenende der 29. Spieltag. Los geht es am Freitag mit der ohne Wertung auszutragenden Partien zwischen dem FC Oberneuland und dem im Insolvenzverfahren befindlichen VfB Lübeck. Danach folgen acht weitere Spiele ganz unterschiedlicher Prägung.
Hamburger SV II – FC St. Pauli (Sa., 13.30 Uhr)
Das Derby ist zugleich ein Abstiegsduell, und vor allem der Gastgeber befindet sich in einer misslichen Lage. Für den HSV dürfte das 2:2 gegen Weiche am Mittwoch nämlich zu wenig sein. Die Flensburger Treffer durch Jonas Walter (12.) und Tim Wulff (53.) glichen Jacopo Sala (30., FE) und Dominik Masek (59.) immerhin jeweils aus. Doch die Bundesligareserve droht angesichts von acht Punkten Rückstand nun endgültig den Anschluss an die Nichtabstiegszone zu verlieren. Markiert wird das rettende Ufer ausgerechnet durch den Gegner. Der FC St. Pauli sammelte zuletzt sieben Punkte aus drei Partien und konnte seine Situation deutlich verbessern. Insofern gibt der kleine Nachbar dem HSV durchaus ein Mut machendes Beispiel.
Werder Bremen II – VfR Neumünster (Sa., 14 Uhr)
Die Bremer mussten sich am Mittwoch noch den abgeklärten Gästen vom TSV Havelse geschlagen geben. Dank der beiden Treffer von Christoph Beismann (30., 79.) sicherte sich der Gegner den zweiten Tabellenplatz – während Werder als Fünfter keinen Anschluss an die Spitze fand. Mit dem VfR (6.) ist nun eine Mannschaft zu Gast, die beim 2:2 gegen den Goslarer SC immerhin einen wichtigen Zähler verbuchte. Dabei hatte sich Neumünster ein abwechslungsreiches Spiel mit den Harzern geliefert. Die Gäste waren durch Tezcan Karabulut in Führung gegangen (2.), Henrik Giese hatte den VfR in Führung geschossen (20., 34.) und Justin Eilers schließlich den Endstand besorgt (71.).
Holstein Kiel – Goslarer SC (Sa., 14 Uhr)
Während ein Großteil der Konkurrenz antreten musste zum Nachholspiel, durfte der Tabellenführer sich ausruhen. Das 1:2 beim VfL Wolfsburg (nach 16 Spielen ohne Niederlage) wirkte auf diese Weise allerdings noch etwas länger nach. Gegen den Goslarer SC möchten die Störche nun in die Erfolgsspur zurück. Ein weiterer Ausrutscher könnte angesichts der guten Form des Verfolgers TSV Havelse auch unangenehme Folgen haben. Noch werden Erster und Zweiter allerdings durch fünf Zähler getrennt.
Victoria Hamburg – BSV Rehden (Sa., 15 Uhr)
Das tat weh: Die Hamburger verpassten bei der 2:3 (2:3)-Niederlage gegen den VfB Oldenburg einen wichtigen Schritt in Richtung Nichtabstiegszone. Dabei hatten Peer Wegener (16., ET) und Benny Hoose (24.) für eine frühe 2:0-Führung gesorgt. Doch noch vor der Pause hatte der VfB das Spiel durch Daniel Halke (40.), Christian Thölking (43.) und Kai Pröger (45.) gedreht. Gegen den BSV Rehden soll nun unbedingt ein Heimsieg her. Der Gast ist allerdings auch auf Wiedergutmachung aus. Die 1:2 (0:1)-Heimniederlage gegen den FC Oberneuland war nämlich alles andere als geplant. Bevor der BSV durch Alexander Neumann zu einem Treffer gekommen war (59.), hatten Shaun Minns (30.) und Nils Laabs (58.) für die Bremer getroffen.
SV Meppen – VfL Wolfsburg (Sa., 15 Uhr)
In letzter Minute hatte sich der Gastgeber am Mittwoch einen 2:1-Heimsieg gegen den SV Wilhelmshaven gesichert. In der 88. Minute erzielte Timo Scherping sein zweites Tor und machte das Erfolgserlebnis perfekt. Zuvor hatten Max Kremer für den SVW (19.) und Scherping in der 76. Minute getroffen. Der VfL Wolfsburg war in dieser Woche dagegen nicht aktiv. Er blickt statt dessen auf den 2:1-Heimsieg gegen Tabellenführer Holstein Kiel am vergangenen Wochenende zurück, und auch das sollte ja keine schlechte mentale Vorbereitung sein. Abzuwarten bleib dagegen, wie sich die Nachricht vom Abschied Lorenz-Günther Köstners zum Saisonende auswirken wird. Gerade erst wurde ja bekannt, dass der VfL den Vertrag mit dem Trainer nicht verlängern möchte.
ETSV Weiche Flensburg – SV Wilhelmshaven (Sa., 15 Uhr)
Der eine Punkt vom 2:2 beim HSV II verhalf Weiche nicht zu einem Sprung in der Tabelle. Aber immerhin: Der Tabellenneunte hat nun neun Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. Der SV Wilhelmshaven weist einen Vorsprung von sieben Zählern auf, möchte in Flensburg die verlorenen Punkte vom 1:2 in Meppen jedoch gern wieder aufholen. Schließlich hatte sich der SVW schon etwas weiter entfernt von den prekären Rängen.
Hannover 96 II – VfB Oldenburg (So., 14 Uhr)
Auch Hannover 96 II durfte nur zusehen am Mittwoch, hat aber mit 25 Spielen mehr Partien absolviert als alle anderen Teams. Der Erfolg ließ zuletzt allerdings auf sich warten. Auch beim 1:1 in Cloppenburg kam der Tabellendritte am vergangenen Wochenende nicht über ein Remis hinaus. Der VfB Oldenburg atmete dagegen auf. Der 3:2-Erfolg bei der Victoria am Mittwoch war der erste Sieg nach zuvor sechs Spielen ohne drei Punkte.
TSV Havelse – BV Cloppenburg (So., 14 Uhr)
Ein eindrucksvoller Auftritt sicherte dem Gastgeber den 2:0-Erfolg bei Werder II am Mittwoch: Havelse ließ den Gegner spielen und schlug zu, als sich die Gelegenheit ergab. Mit dem BV Cloppenburg ist nun allerdings ein Team zu Gast in Garbsen, das beim 1:1 gegen Hannover 96 II zuletzt auch ein Erfolgserlebnis verbuchte. Doch während sich der TSV nun wieder berechtigte Hoffnungen auf ein Duell mit Kiel um die Meisterschaft machen darf, ist der BVC als Zwölfter noch längst nicht gesichert. Die acht Punkte Vorsprung auf die Abstiegszone sind ein gutes Polster – mehr aber auch nicht.
(Text: Stefan Freye (sfy))