Eigentlich ist alles im Grünen Bereich: Der BSV Rehden sammelte 19 Punkte in seinen 15 Spielen (5-4-6) und belegt derzeit den elften Tabellenplatz der Regionalliga Nord. Auch die jüngste Bilanz des Teams kann sich sehen lassen. In den vergangenen sieben Partien verlor der BSV lediglich gegen den VfB Lübeck (0:4) und am vergangenen Wochenende mit 0:1 beim SSV Jeddeloh. Diesen Niederlagen stehen zwei Siege und drei Unentschieden gegenüber. Das letzte wirklich enttäuschende Ergebnis liegt also bereits acht Spiele zurück, verloren die Rehdener doch mit 1:2 gegen den damals noch deutlich schwächer auftretenden Aufsteiger Blau-Weiß Lohne. „Normalerweise steht man mit einer solchen Bilanz im gesicherten Mittelfeld“, sagt BSV-Trainer Kristian Arambasic. Allerdings: Das gesicherte Mittelfeld sucht man derzeit fast vergeblich in der Regionalliga Nord.
Der elfte Tabellenplatz verspricht jedenfalls keine Sicherheit, trennen ihn doch gerade fünf Punkte von der regulären Abstiegszone. „Verlierst du zweimal, bist du unten drin“, sagt Arambasic. Dem Rehdener Trainer geht es deshalb wie den meisten anderen Beobachtern auch. Er hält die Spielklasse in diesem Jahr für besonders ausgeglichen: „Es sind alle eng beieinander, und das wird bis zum Saisonende so bleiben.“ Für Arambasic ist damit aber keineswegs eine negative Entwicklung verbunden. Im Gegenteil. „Es macht Spaß: Die Spiele stehen auf des Messers Schneide, und es fallen viele Tore in den letzten Minuten“, sagt der BSV-Coach. Was das eigene Team betrifft, fallen allerdings zu wenig eigene Tore: Die erzielten 18 Treffer werden nur noch vom Schlusslicht Kickers Emden (12) unterboten. „Uns fehlt der eine Knipser“, bestätigt Arambasic.
Die beiden besten Rehdener Torschützen heißen Shamsu Mansaray (Sturm) und Niklas Kiene (Abwehr). Sie trafen jeweils viermal. Noch hat sich also offenbar kein Spieler gefunden, der in die Rolle von Bocar Djumo schlüpfen konnte – er war eigentlich als zentraler Stürmer vorgesehen, laboriert aber seit dem Sommer an einem Ermüdungsbruch. „Wir hoffen im Januar auf ihn“, so Arambasic. Der Trainer leitet aus dem Fehlen des Torjägers und dem Abgang von Mittelfeldspieler Kamer Krasniqi (VfB Oldenburg) ein wesentliches Problem ab: „Wir haben den zentralen Stürmer und den Spielmacher der letzten Saison noch nicht ersetzen können.“ Es fehle deshalb am ein oder anderen „Unterschiedsspieler“. Und man kann sich gut denken, wann es besonders auf solche Akteure ankommt: In engen Partien, also regelmäßig in der gerade laufenden Spielzeit.
Andererseits: Der BSV hat bislang keineswegs enttäuscht, überzeugt denn auch mit einer guten Defensive, die bislang erst 21 Gegentreffer zuließ. „Wir kommen über das Kollektiv“, sagt Arambasic. Damit gelang es seinem Team, auch die diversen Ausfälle zu kompensieren. Denn neben Djumo fehlten regelmäßig wichtige Spieler, und so konnte der BSV eigentlich nie in Bestbesetzung antreten. Dabei fällt die Heimstärke der Mannschaft besonders ins Auge: Gleich 15 der 19 Punkte holten die Rehdener in den sieben Partien auf eigenem Platz. Sie sind noch unbesiegt in den Waldsportstätten (4-3-0). „Wir sind zuhause bärenstark“, findet auch Kristian Arambasic. Eine Erklärung für die guten Heimleistungen hat er nicht. Vielleicht gibt es ja einen Zusammenhang mit der Person des Trainers. „Mit dem FC Oberneuland habe ich in Rehden auch immer gewonnen“, sagt Arambasic augenzwinkernd.
Tatsächlich fällt ihm eine Begründung für die Heimstärke schwer. Ebenso wenig weiß der Trainer, warum es auswärts noch nicht wie gewünscht gelaufen ist: Bis auf den Sieg beim SV Werder II (3:0) und ein 1:1 bei der Teutonia ging der BSV in Auswärtsspielen leer aus. „Grottenschlecht“, nennt Arambasic die Bilanz seines Teams auf fremden Plätzen. Insofern wissen sie in Rehden nur zu gut, wo noch Luft nach oben ist. Gelingen dem BSV irgendwann gute Auswärtsleistungen, ist womöglich auch noch ein Sprung in der Tabelle drin. Dann könnte er irgendwann mal einen Platz belegen, der sich zurecht als gesichert bezeichnen lässt.
(Text: Stefan Freye)